Heißer Kampf um Nachfolge Chiracs: Royal
und Sarkozy schaffen Sprung in Stichwahl
- Konservativer erreicht knapp 31 %, Sozialistin 26 %
- Bayrou Dritter, nur 10,5 % für rechtsradikalen Le Pen

·Frankreich: Stichwahl
um Präsidentenamt
MITVOTEN: Sarkozy oder
Royal - Wer wird siegen?
·Rechts-Links-Denken hat wieder Hochsaison
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·Überblick: Ergebnisse
der zwölf Kandidaten
Grüne und Kommunisten sind weit abgeschlagen
·Traditionelles Links-
Rechts-Duell bei Wahl
Linke überwand Trauma des Erfolges von Le Pen
·Sarkozy räumt in
Le Pens Hochburg ab
Schlappe des Radikalen nach Umdenken in Elsass
·Royal im Heimatdorf einfach unschlagbar
Sozialistin erhielt 142 Stimmen, Sarkozy 76
·Paris im Einklang mit
dem Rest des Landes
Auch die Hauptstädter wählten Sarkozy & Royal
·Nur Sarkozy steht Royal noch im Weg
Greift als erste Französin nach höchstem Staatsamt
·Hoffnungsträger
und Angstmacher
Viele Franzosen finden Sarkozy beunruhigend
Die erste Runde ist geschlagen: Der Konservative Nicolas Sarkozy hat bei der französischen Präsidentschaftswahl laut vorläufigem Endergebnis gut 31 Prozent der Stimmen bekommen und geht damit als Favorit in die folgende Stichwahl. Mit 25,84 Prozent der Stimmen qualifizierte sich auch die Sozialisten Ségolène Royal für das entscheidende Wahlduell am 6. Mai.
Rang drei belegte mit 18,55 Prozent der Liberale François Bayrou. Eine Schlappe musste mit 10,51 Prozent Stimmenanteil der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hinnehmen, der es 2002 sensationell in die Stichwahl geschafft hatte.
Insgesamt waren 44,5 Millionen Franzosen in Frankreich, seinen Überseegebieten und in diplomatischen Vertretungen im Ausland zur Wahl gerufen, um über die Nachfolge des Konservativen Jacques Chirac abzustimmen.
"Kampf um Ideen mit Royal"
Das rechte und das linke Lager versuchten sofort, die Anhänger der ausgeschiedenen Kandidaten hinter sich zu sammeln. Sarkozy sagte, er wolle in den kommenden beiden Wochen einen "Kampf um Ideen mit Madame Royal" führen. Sein Ziel sei es, "das französische Volk um einen neuen französischen Traum zu sammeln".
Der Parteichef der Sozialisten, Royals Lebenspartner Francois Hollande, sieht die Bedingungen für einen Sieg im zweiten Wahlgang für gegeben an. Die Sozialisten, deren Kandidat Lionel Jospin 2002 durch Le Pen aus dem Rennen geworfen worden war, sprachen von einem "Ende des Albtraums".
Vor der Stichwahl werden sich Sarkozy und Royal im Fernsehen einen Schlagabtausch liefern. Voraussichtlich würden sie sich am 2. Mai ein Wortgefecht "Auge in Auge" liefern.
Bürgerliche Rechte: Bestes Ergebnis seit 1974
Sarkozy erreichte das beste Ergebnis für einen Bewerber der bürgerlichen Rechten seit 1974. Damals holte Giscard d'Estaing in der ersten Runde 32,6 Prozent und gewann die anschließende Stichwahl gegen Francois Mitterrand. Chirac hatte bei seiner Wiederwahl 2002 im ersten Wahlgang lediglich 19,9 Prozent der Stimmen bekommen.
Seine Konkurrentin Royal schaffte ein besseres Ergebnis als viele ihr zugetraut hatten und machte das Trauma der Sozialisten von 2002 vergessen, als ihr Kandidat Jospin in der ersten Runde an Le Pen scheiterte. Ihre Chancen am 6. Mai hängen nun davon ab, inwieweit sie das linke Lager vereinen und auch die Wähler des Zentrumspolitikers Bayrou überzeugen kann. Sie wäre die erste Frau an der Spitze Frankreichs.
Keiner der anderen acht Kandidaten für die Nachfolge Chiracs, der nach zwölf Jahren im Amt nicht mehr antrat, erzielte ein zweistelliges Ergebnis. Am besten schnitt der Trotzkist Olivier Besancenot mit knapp fünf Prozent ab.
(apa/red)
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