Freitag, 20. April 2007

Nach gewaltsamer Demo-Auflösung: Russischer Geheimdienst befragt Kasparow

  • Vorwurf: Aufruf zu Extremismus in Radiointerview

Nach den gewaltsam von der Polizei aufgelösten Demonstrationen in Russland ist Ex-Schachweltmeister und Regierungskritiker Garri Kasparow vom Geheimdienst FSB vorgeladen worden. Kasparow wird vorgeworfen, vor den Kundgebungen in einem Radiointerview zu Extremismus aufgerufen zu haben. Die russische Polizei hatte etwa 150 Aktivisten vorübergehend festgenommen, darunter auch Kasparow.

"Das ist ein offensichtlicher Versuch, jede politische Aktivität zum Gegenstand des Strafrechts zu machen", sagte Kasparow kurz vor seinem Termin beim Bundesgeheimdienst FSB. Kasparow lachte und scherzte, als er das Gebäude der Behörde betrat, und sagte, er habe keine Angst vor der Vorladung.

"Die Staatsanwaltschaft versucht durch den FSB, kriminelles Handeln in regierungskritischen Äußerungen zu finden", fügte er hinzu. Ein Gericht hatte am Wochenende bereits eine Geldstrafe gegen Kasparow verhängt.

Die Europäische Union hatte die Ausschreitungen bei den Demonstrationen verurteilt. Die russische Regierung bezeichnete das Vorgehen der Polizei zuletzt als überzogen.

(apa/red)

20.4.2007 13:54