Wichtigste Medienauszeichnung: Pulitzer- Preise für Protektions- und Ozean-Artikel!
- "Wall Street Journal" bekam gleich zwei Preise
Der amerikanische Schriftsteller Cormac McCarthy ist für seinen packenden Endzeitroman "Die Straße" ("The Road") mit dem begehrten Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Der 73-Jährige erhielt die Ehrung in New York vom Preiskomitee der Columbia-Universität für seine dichte Schilderung einer Vater-Sohn-Beziehung zuerkannt. Einen neuen Akzent setzte die Jury mit der Vergabe des Musikpreises an den Jazz-Saxofonisten und Komponisten Ornette Coleman. Mit seinem Album "Sound Grammar" wurde erstmals nach mehr als 50 Jahren ein nicht-klassisches Werk ausgezeichnet.
Der mit jeweils 10.000 Dollar (7.380 Euro) dotierte Pulitzer-Preis gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Journalisten, Schriftsteller und Musiker in den USA. Er wird in insgesamt 21 Kategorien vergeben. Der seit 1917 vergebene Preis ist nach seinem Stifter, dem amerikanischen Journalisten und Verleger Joseph Pulitzer (1847-1911), benannt. Die Übergabe der Auszeichnungen findet am 21. Mai in New York statt.
In der Kategorie Drama bekam der Autor und Drehbuchschreiber David Lindsay-Abaire den Preis für sein im vergangenen Jahr in Manhattan uraufgeführtes Bühnenstück "Rabbit Hole", in dem ein Ehepaar am plötzlichen Tod seines Kindes fast zerbricht. Die Journalisten Gene Roberts und Hank Klibanoff wurden für ihre historische Aufarbeitung der Rassenkämpfe in den Südstaaten ("The Race Beat") geehrt.
Artikelserien über Günstlingswirtschaft im Hochschulsystem im Bundesstaat Alabama und die Umweltzerstörung in den Weltmeeren wurden mit weiteren Medienauszeichnungen bedacht: Brett Blackledge von "The Birmingham (Alabama) News" erhielt den Preis für investigativen Journalismus für seine Serie über Vetternwirtschaft und Korruption im College-System seines Staates, Kenneth Weiss, Usha Lee McFarling und Rick Loomis von der "Los Angeles Times" wurden für ihre erklärende Berichterstattung über die gefährdeten Ozeane ausgezeichnet.
Debbie Cenziper vom "Miami Herald" erhielt den Preis für ihre Berichte über Verschwendung, Bevorzugung und mangelnde Kontrolle in der Wohnungsbehörde von Miami (Florida). Oded Balilty von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wurde in der Kategorie Breaking News-Fotografie für sein Bild ausgezeichnet, das eine einzelne jüdische Frau zeigt, die sich der Räumung einer illegal errichteten Siedlung im Westjordanland entgegenstellt.
Das "Wall Street Journal" bekam als einziges Medium zwei Preise: Einen für die Aufdeckung eines Aktien-Skandals, der Amerika im vergangenen Jahr erschütterte, und einen für eine Serie über Chinas Weg in den Kapitalismus. Der texanische Journalist Lawrence Wright wurde für sein Sachbuch über die Hintergründe der Terroranschläge vom 11. September ausgezeichnet ("The Looming Tower: Al-Qaeda and the Road to 9/11").
Wiederum im künstlerischen Bereich zeichnete die Jury die Yale-Absolventin Debby Applegate für ihr Porträt des amerikanischen Sozialreformers Henry Ward Beecher ("The Most Famous Man in Amerika") aus. Den Poesie-Preis bekam die Dichterin Natasha Trethewey zuerkannt, die als Dozentin für kreatives Schreiben an der Emory Universität in Atlanta arbeitet. Eine besondere Erwähnung für ihr Lebenswerk erhielten der Schriftsteller Ray Bradbury ("Fahrenheit 451") und der Jazzmusiker John Coltrane (1926-67).
(apa)
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