Dienstag, 17. April 2007

Sturm im Osten der USA lässt nicht nach: Zwölf Menschen sind ums Leben gekommen

  • New York: Stärkste Regenfälle seit dem Jahr 1882
  • Überschwemmungen, Stromausfälle, Airport-Chaos

Überschwemmte Straßen, Stromausfälle und Chaos auf den Flughäfen: Der schwere Frühlingssturm im Osten der USA lässt vorerst nicht nach. Am Montag brachte er der Millionenmetropole New York 20 Zentimeter Regen. "Das ist wirklich eine Horrorshow", erklärte Gouverneur Eliot Spitzer bei einer Reise durch die am schwersten betroffenen Gebiete nördlich von York York City. Dort mussten mehr als 1.400 Bewohner teilweise mit dem Boot evakuiert werden. Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf zwölf. In New Jersey ertrank ein Mann in seinem Fahrzeug.

Der Sturm führte auf vielen Flughäfen zu Verspätungen, auf dem John F. Kennedy Airport mussten die Passagiere bis zu sieben Stunden warten. Insgesamt wurden etwa 500 Flüge gestrichen. Allein in New Jersey mussten wegen der Wassermassen 50 Staatsstraßen gesperrt werden, es gab hunderte Verkehrsunfälle. 18.500 Haushalte in drei Bundesstaaten waren zeitweise ohne Strom. Nach Angaben des Fernsehsenders CNN gab es bei den Unwettern mindestens drei Tote, in West Virginia wurden zwei Menschen nach einer Sturzflut vermisst.

Montag früh war der Wind abgeflaut, der Regen hatte nachgelassen. Gleichwohl gab es für zahlreiche Küstenregionen Hochwasseralarm, viele Menschen verließen ihre Häuser. "Es ist die schlimmste Situation seit 1882", sagte Governor Richard Codey von New Jersey dem TV-Sender CBS. "Es wird eine gute Weile dauern, bis wir uns von diesem Sturm erholt haben." In Boston mussten sich die Teilnehmer des traditionellen Marathonlaufs am Montag auf miserable Startbedingungen einstellen. Ihnen wurde empfohlen, Mützen, Handschuhe und regenfeste Kleidung zu tragen.

Schon am späten Sonntagabend waren in New York Straßen und U-Bahn-Stationen überschwemmt worden. Die Stadt hatte insgesamt neun Notunterkünfte für eventuelle Evakuierungen zur Verfügung gestellt. Eine traditionelle Parade zum griechischen Unabhängigkeitstag auf der Fifth Avenue musste abgesagt werden.

Sturm wird noch bis Mittwoch anhalten
Meteorologen erwarteten, dass der Sturm noch mindestens bis Mittwochabend (Ortszeit) im Großraum New York wüten wird. Die Behörden im benachbarten Bundesstaat New Jersey sprachen vom schlimmsten Sturm seit 15 Jahren. Im Staat Vermont fielen über 40 Zentimeter Schnee. Hunderttausende Menschen im Osten der USA waren ohne Strom.
(apa/red)

17.4.2007 08:58