Eurofighter entzweit ÖVP: Unterschiedliche Standpunkte zu Sponsoring-Deal mit Rapid
- Missethon und Rasinger widersprechen einander völlig
- Präsident Edlinger weist ÖVP-Vorwürfe empört zurück
·Eurofighter-Causa: Airchief Wolf reicht es
Kontert Kritikern: "Habe
mir nichts vorzuwerfen"
·Eurofighter: Weiter Warten auf Gutachten
Präsentation verschoben: Kommt Vertragsausstieg?
·KLICKEN: Eurofighter-
Geldflüsse im Visier
Rumpold, Wolf, Lukasek, Platter, Airpower und Co.
·EADS-Lobbyist zahlte für Wolfs Golf-Turnier
Hoeveler: Verhandeln über eine Kostensenkung
·Jet-Prozess würde
23 Mio. Euro kosten!
Rechtsstreit um Ausstieg könnte teuer werden
·Verspätete Landung der ersten Eurofighter
Ex-Minister Platter klärte Lizenzen nicht mit USA
·EADS: Keine Sorgen über Vertragsausstieg
Eurofighter-Sprecher: Fühlen uns nicht betroffen
·Minister Pröll: "Optik könnte besser sein"
Vertragsausstieg? ÖVP weiterhin zurückhaltend
·Eurofighter: Ausstieg aus Vertrag möglich?
Experte: Geldflüsse an Wolf als Kündigungsgrund
Die Entwicklungen rund um den Eurofighter-Deal sorgen innerhalb der ÖVP für gegensätzliche Standpunkte. Während Generalsekretär Missethon Zahlungen des Rüstungskonzerns EADS an den Fußballverein Rapid Wien in Verbindung mit dem Jet-Deal brachte, sprach Gesundheitssprecher Rasinger von "null Zusammenhang". Zudem stellt ein Experte angeblich einen kostenlosen Vertragsausstieg in Aussicht.
Missethon meinte, beim Eurofighter-Deal ein "SPÖ-nahes Netzwerk" erforscht zu haben. Der Generalsekretär bezog sich bei entsprechenden Vermutungen auf Zahlungen des Rüstungskonzerns EADS an den Fußballverein Rapid Wien. Missethon sagte, es sei vor allem interessant, welche Vorteile sich EADS davon versprochen habe. Die SPÖ bezeichnete die Angriffe der Volkspartei umgehend als "lächerlich".
Der Gesundheitssprecher der Volkspartei, Rasinger, sagte, es gebe "null Zusammenhang zwischen Rapid und Eurofighter". Er als Rapid- Kuratorium-Mitglied habe auch gar nicht gewusst, dass EADS einer der Sponsoren sei. Und er sei überzeugt, dass es sich bei seinem Kollegen Verteidigungsminister Darabos genauso verhalte.
Der frühere Finanzminister und heutige Rapid-Präsident Rudolf Edlinger reagiert empört auf die Angriffe der ÖVP gegen seine Person bzw. seinen Verein im Zusammenhang mit einer Zuwendung des Eurofighter-Herstellers EADS. Im Gespräch mit den "Salzburger Nachrichten" weist er den impliziten Vorwurf der persönlichen Bereicherung als niederträchtig zurück und betont, die Gespräche über die Sponsorgelder gar nicht selbst geführt zu haben.
Dass EADS für die Nachwuchsarbeit des Fußballvereins Geld gespendet habe, bestreitet Edlinger nicht. Rapid habe 46 Sponsoren, Stifter, Förderer und Gönner, EADS sei einer davon, aber nur für die Jugendförderung. Er nehme an, dass Rapid-Manager Werner Kuhn an EADS "herangetreten sein wird". Zwar habe er von der Unterstützung durch den Konzern gewusst, die Gespräche aber nicht geführt, da er zu diesem Zeitpunkt, im Herbst 2003, nach einer Operation im Krankenhaus und auf Rehabilitation gewesen sei. Als Rapid-Präsident habe er sich jedenfalls stets bemüht, den Fußballverein "in Äquidistanz" zu allen Parteien zu halten.
Unterdessen lässt die Veröffentlichung der Expertise des Zivilrechtsexperten Helmut Koziol zum Eurofighter-Deal weiter auf sich warten. Koziols langjähriger Kollege Rudolf Welser äußerte indes die Meinung, dass aufgrund der Zahlung an die Firma des suspendierten "Airchief" Wolf und dessen Frau durch den EADS- Lobbyisten Steininger laut Vertrag ein kostenloser Rücktritt vom gesamten Eurofighter-Deal möglich sei.
(apa)
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