Keine Postzustellung nach 'Celovec': Neuer Streit um Ortsnamen in Kärnten entbrannt
- Klagenfurt: Postbeamter schickte Postkarte zurück
- Rat der Kärntner Slowenen spricht von "Privatkrieg"

Slowenische Ortsnamen sind bei manchen Mitarbeitern der Kärntner Post offenbar nicht erwünscht. Wie die slowenische Nachrichtenagentur STA berichtete, wurde eine Postkarte, die an einen Empfänger in "Celovec" - so heißt Klagenfurt auf Slowenisch - adressiert war, nicht zugestellt. Vielmehr wurde die Karte an den Absender retourniert. Mangelnde Sprachkenntnisse dürften jedoch nicht der Grund gewesen sein: Die Adresse war von einem Postbeamten mit dem Zusatz "9020 Klagenfurt - noch immer wie vor 1000 Jahren" und "Unbekannt! Zurück an den Absender" versehen worden.
Der Sprecher der Österreichischen Post, Michael Homola, erklärte auf Anfrage der APA, dass es sich um einen "Einzelfall" gehandelt habe. Wenn die Postleitzahl "9020" korrekt angegeben sei, sollte selbst die Zuordnung von "Celovec" kein Problem sein. Prinzipiell, so Homola, habe "ein Postler" aber keine privaten Anmerkungen auf Poststücken zu machen.
Grundsätzlich könne es aber zu Problemen und Verzögerungen kommen, weil die Sendungen bei der Post in erster Linie maschinell sortiert würden, stellte der Post-Sprecher klar. Und da sei der Postleitzahl "9020" eben der deutsche Name "Klagenfurt" zugeordnet. Sendungen, welche von der Maschine in Folge "ausgespuckt" würden, kämen dann in die "Handsortierung", erklärte Homola. Da könne es dann durchaus vorkommen, dass manche slowenischsprachige Ortsangaben auch von den Mitarbeitern der Post nicht zugeordnet werden könnten.
"Privatkrieg gegen slowenische Ortsnamen"
Für den stellvertretenden Obmann des Rats der Kärntner Slowenen, Rudi Vouk, handelt es sich hingegen keineswegs um einen Einzelfall, sondern um eine Diskriminierung der slowenischen Bevölkerung in Kärnten. "Die österreichische Post beschäftigt Leute, die einen Privatkrieg gegen slowenische Ortsnamen führen", wurde Vouk in der STA zitiert.
So sei auch ein an den Obmann des Rates, Matthäus Grilc, gerichteter Brief an den Absender zurückgeschickt worden. Offenbar, weil neben dem deutschsprachigen Namen auch die slowenische Bezeichnung für "Klagenfurt" angegeben worden sei. Und die Postleitzahl sei auch korrekt angeführt gewesen. Post-Sprecher Homola dazu: "Diesen Fall kenne ich nicht."
Landeshauptmann Haider gratuliert Postler
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hat jenem Postbeamten gratuliert, der eine Postkarte mit der Adressenangabe "9020 Celovec" retourniert hatte. Der Postler habe "Mut zu gelebtem Patriotismus" gezeigt, hieß es in einer Aussendung. Klagenfurt sei kein zweisprachiges Gebiet. Daher habe der Kärntner Postler richtig gehandelt. (apa/red)
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