Falschparken wird in Wien ein teurer Spaß: Abschlepptarif beträgt ab 1. Juni 192 Euro
- Verwahrung am Abschleppplatz kostet pro Tag 7 Euro
- Letztes Jahr wurden über 25.000 Pkw abgeschleppt

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Das Falschparken in Wien wird teurer: Ab 1. Juni werden in der Bundeshauptstadt die Abschleppgebühren steigen, und zwar um 18,8 Prozent. Die Entfernung eines Pkw wird laut Rathaus in Zukunft 192 Euro kosten. Im selben Ausmaß steigen auch die Gebühren für die Verwahrung des Fahrzeuges am Abschleppplatz in Simmering. Pro Tag werden dafür dann sieben Euro verrechnet.
Die Tarife werden, so wird im Rathaus betont, zum ersten Mal seit fünf Jahren erhöht. Begründet wird die Maßnahme mit allgemeinen Preissteigerungen sowie der starken Erhöhung der Treibstoffpreise.
Die neuen Tarife im Überblick
Abschleppen kostet ab 1. Juni generell 192 Euro, nur für entfernte Fahrräder müssen 48 Euro gezahlt werden. Ein Tag in der Verwahrstelle in Wien-Simmering kostet für einen Pkw sieben Euro, für Motor- und Fahrräder zwei Euro, Motorräder mit Beiwagen zahlen drei Euro, Lkw und Busse bis 2,5 Tonnen zahlen 17 Euro und Einachsenanhänger bis 750 kg sieben Euro. Hat das Fahrzeug keine Kennzeichen, kommte ein Zuschlag von 52 Euro sowie vier Euro pro Tag dazu.
Gewinne verboten
Da die bisherigen Abschlepptarife die anfallenden Kosten nicht deckten, musste die Allgemeinheit mitzahlen. Auch mit den neuen Tarifen darf die Stadt Wien keinen Gewinn machen. § 89 a der Straßenverkehrsordnung schließt eine 100-%-ige Kostendeckung aus, da den Verkehrssündern der "Amtssachaufwand" - etwa Ausgaben für Energie in der Verwahrstelle, Mahnspesen, Büroausstattung und -materialien - nicht weiter verrechnet werden darf. Mit den neuen Tarifen steigt der Kostendeckungsgrad nun so weit, wie es die StVO zulässt.
Die Abschlepper der MA 48
Seit mehr als 30 Jahren entfernt die Abschleppgruppe der MA 48 verkehrsbehindernd abgestellte Fahrzeuge nach Anzeigen durch die Polizei oder Organe der Parkraumüberwachung (Parksheriff). Typische Einsatzfälle sind etwa Parken in zweiter Spur oder vor einer Hauseinfahrt, illegal verparkte Ladezonen oder Behindertenparkplätze. Der Anlass für die Gründung einer eigenen Abschleppgruppe bei der MA 48 war der Tod einer Frau bei einem Brand in der Wiener Innenstadt im Jahr 1974. Der Feuerwehr war von falsch geparkten Fahrzeugen die Zufahrt versperrt worden.
Jährlich werden rund 30.000 verkehrsbehindernd abgestellte Vehikel abgeschleppt. 927.917 Fahrzeuge waren es in den vergangenen 33 Jahren. Die Schwerpunktgebiete der Fahrzeugentfernungen sind auf Plänen festgehalten und bilden die Basis der täglichen Arbeit. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Einfallstraßen, Ladezonen und Spitzenhalteverbotszonen, besonders genau beobachtet werden aber auch Problembereiche wie Behinderten- und Buszonen. (APA/OTS/red)
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