Dienstag, 10. April 2007

Neue Forschungsergebnisse lassen hoffen: Gezieltere Therapie bei Brustkrebs möglich!

  • Krankhafte Genvermehrung lässt Krebs entstehen!
  • Hoffnung: Frühzeitige Erkennung & effiziente Therapie

Deutsche Nachwuchsforscher haben eine wichtige Ursache für die Entstehung von Brustkrebs gefunden. Die mittlerweile patentierte Entdeckung liefere Anhaltspunkte für eine sicherere Brustkrebs-Diagnose und eine bessere Behandlung einer Art dieser Erkrankung, berichtete das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Dabei geht es um die krankhafte Vermehrung bestimmter Gene bei Brustkrebs. Die Doktoranden Frederik Holst und Phillip Stahl aus dem Team von Ronald Simon vom Universitätsklinikum haben ihre Arbeit in der Online-Ausgabe des Journals "Nature Genetics" veröffentlicht.

Schädliches Gen ESR1
Seit längerem sei bekannt, dass krankhafte Vermehrungen von Genen, so genannte Gen-Amplifikationen, bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. Durch Untersuchungen an Gewebeproben von mehr als 2.000 Patientinnen fanden die Forscher nun heraus, dass in mehr als 20 Prozent der Fälle das Gen ESR1 mehrmals vorliegt.

Neue Therapiemöglichkeiten
Durch das Gen ESR1 werde ein Protein codiert, das Östrogen bindet, der so genannte Östrogen-Rezeptor. Die übermäßige Bildung des Östrogen-Rezeptors sei eine der wichtigsten bekannten Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs. Daher sei der Östrogen-Rezeptor das zurzeit bedeutendste Angriffsziel der medikamentösen Therapie. In einer zweiten Studie werteten die Wissenschafter deshalb die Daten und Gewebeproben von 175 Brustkrebs-Patientinnen aus, die mit dem gegen den Östrogen-Rezeptor gerichteten Wirkstoff Tamoxifen behandelt worden waren. Sie stellten fest, dass diejenigen Patientinnen, bei denen der übermäßigen Bildung des Östrogen-Rezeptors eine ESR1-Amplifikation zu Grunde lag, besonders gut auf die Therapie ansprachen.

Hoffnungsdaten
"Wenn unsere Daten an anderen Patientinnenkollektiven bestätigt werden, könnte die Untersuchung auf eine Östrogen-Rezeptor- Amplifikation zur Standarduntersuchung bei jedem neu entdeckten Brustkrebs werden", meinte Simon. Zudem könnte der Nachweis einer Östrogen-Rezeptor-Amplifikation in gutartigen Gewebeveränderungen ein erstes Indiz für eine beginnende Krebserkrankung sein. Das würde eine frühzeitigere, gezieltere und effektivere Therapie ermöglichen.
(apa/red)

10.4.2007 16:46