Mittwoch, 11. April 2007

Berge im Hitzestress: Die Alpen in der Klimafalle

  • Der Berg kommt: Den Alpen geht der ,Kitt‘ verloren.
  • Plus: So warm wird der Sommer 2007

Tödliches Klima: Neue Studie zeigt die Gesundheitsgefahren des Klimawandels. Felsstürze, austrocknende Schutzwälder, Gletschersterben – Klimawandel macht die Alpen unbewohnbar.

Vor vier Jahren war die Mauer errichtet worden – als Betonbollwerk gegen den Hang, zum Schutz für das Hotel Tauernkönig in Obertauern. Sie hielt nicht lange: Am Ostersonntag um fünf Uhr früh gab die Stützwand dem massiven Druck der Schnee- und Gesteinsmassen nach und stürzte in das Gebäude. Wie durch ein Wunder wurden „nur“ sechs Personen verletzt.

Von Baumängeln ist die Rede, und die Salzburger Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Doch der Vorfall illustriert, wie dramatisch sich die Situation in den Alpen derzeit zuspitzt, wie viel mehr Druck besiedelte Zonen aushalten müssen. Das auf fast 1.800 Meter Höhe gelegene Obertauern befindet sich in jener Zone, die am meisten vom fortschreitenden Klimawandel betroffen ist. Denn aufgrund der immer höheren Temperaturen wächst die Gefahr von Hangrutschungen und Murenabgängen – die Alpen zerbröseln vor unseren Augen.

Alpen im Klimastress. Auch im vergangenen Freitag präsentierten zweiten Teilbericht des Welt-Klimarates IPCC wurde die Alpenregion unter jenen Gebieten der Erde aufgelistet, die zu den Hochrisikozonen der Erderwärmung zählen. Hintergrund: Während die weltweiten Durchschnittstemperaturen in den vergangenen 100 Jahren um 0,8 Grad Celsius gestiegen sind, werden in den Bergen bereits Temperaturen gemessen, die 1,8 Grad über dem Schnitt liegen. Dabei spielen mehrere Faktoren zusammen: Zum einen erwärmt sich die Erde in nördlichen Breitengraden schneller, dazu kommt steigende Trockenheit, und die natürliche Klimaanlage durch die Verdunstung funktioniert immer schlechter.

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11.4.2007 15:59