Bob Dylan in "Don't Look Back" on the road:
Musikgeschichte einer Folklegende auf DVD!
- Doku über Dylan hat schon längst Kultstatus erreicht
- DVD-Neuveröffentlichung mit Extra Bonus-Material

·"Mind Out Of Time":
Buch über Folklegende
Keine Bio: Dylans Musik von '86 - '01 in Analyse
Dylan-Fans dürfen sich freuen! 1965 hat Filmemacher D.A. Pennebaker Bob Dylan während einer dreiwöchigen Englandtour mit seiner Handkamera begleitet. Der daraus resultierende Streifen "Don't Look Back" gilt heute als Klassiker der Musik-Dokumentation. Denn Pennebaker zeigte den Menschen, nicht nur den Künstler.
"Dylan hat meine Arbeit akzeptiert, auch wenn er sich etwas nackt vorkam. Aber er hat erkannt, dass dieser Film lange Bestand haben wird", sagte der Regisseur anlässlich der Neuveröffentlichung von "Don't Look Back".
Pennebaker hatte ungewohnt freien Zugang zum Star, der kurz vor dem Bruch mit der Folkszene stand. "Das war eine interessante Herausforderung, denn Dylan wurde schon damals von seinen Bewachern abgeschirmt. Bob ist ein sehr private Person." Dass der damals 40-Jährige dem Musiker so nahe kommen konnte, lag nicht zuletzt an seiner revolutionären Technik. Denn als einer der ersten arbeitete Pennebaker mit einer Handkamera. "Mein erstes Exemplar habe ich selbst zusammengebaut", schmunzelte der Amerikaner.
Doku mit Kultstatus
"Don't Look Back" hat längst Kultstatus, der Film zeigt einen der wichtigsten Momente der Popkultur, die letzte rein akustische Konzertreise von Bob Dylan. Wegen des ungewöhnlichen Stils wurde der Streifen bei seiner Erstveröffentlichung 1967 nicht in den großen Lichtspieltheatern, sondern u.a. in Pornokinos gezeigt.
Dylan Revisited
Sony Music veröffentlicht den digital überarbeiteten Klassiker am 20. April in einer Standard und in einer Deluxe Edition auf DVD. Pennebaker fertigte als Bonus aus bisher unveröffentlichtem Material die neue, rund einstündige Doku "65 Revisited". Dazu der Regisseur: "Ich wollte Dylan damals in erster Linie als Mensch zeigen. Darum wurden viele Musikbeiträge geschnitten. Beim Durchsehen der Archive wurde mir klar, welche Kraft diese Performances haben. Man spürt sein Charisma. Das konnte ich den Leuten nicht vorenthalten."
Ein Stückchen Musikgeschichte
"Don't Look Back" war von Anfang an nicht als typischer Konzertfilm geplant. "Ich wollte Geschichte festhalten", so Pennebaker. "Wenn man sehen will, wie Dylan als junger Musiker war, muss man diesen Film betrachten. Es gibt sonst kein ähnliches Material." Dass ein magischer Moment eingefangen wurde, freut den Amerikaner. "Aber das liegt nicht nur an mir, sondern in erster Linie an Dylan."
Musikszene: Damals und heute
Auf den Vergleich zwischen der Musikszene von damals und von heute angesprochen, sagte der in New York lebende Pennebaker: "Das Business hat sich nicht wirklich verändert, was das Marketing betrifft. Aber die Überraschung ist etwas auf der Strecke geblieben. Heute weiß man dank MTV und Internet, wie die Musiker aussehen, bevor noch ihre Platten veröffentlicht werden. Wollte man früher Jimi Hendrix oder Dylan sehen, musste man ins Konzert oder ins Kino gehen."
Pennebaker hat während seiner langen Laufbahn Ikonen wie David Bowie vor seine Kamera geholt, mit Dylan arbeitete er nach "Don't Look Back" nie wieder. "Ich sehe ihn nicht oft, daher kann ich keine Vergleiche zwischen dem jungen und dem alten Dylan ziehen."
(APA)
