Dienstag, 3. Juli 2007

Züchtung von Spermien-Vorläufer geglückt:
Stammzellen des Knochenmarks verwendet

  • Fortpflanzungsfähiges Sperma 5 Jahren möglich?
  • Künstliches Sperma von Mäusen bereits reproduziert

Aus Stammzellen des Knochenmarks haben deutsche Forscher weltweit erstmals Spermien-Vorläufer gezüchtet. Dies stelle einen ersten Schritt zur künstlichen Erzeugung von menschlichen Spermien dar, wie die Forscher der Universität Göttingen und anderen Instituten im Fachjournal "Reproduction" berichten.

Der leitende Wissenschafter Karim Nayernia warnte jedoch zugleich vor verfrühten Hoffnungen auf eine Befruchtung allein mit Hilfe der veränderten Stammzellen. Bis die Zellen dafür eingesetzt werden könnten, seien nicht nur wissenschaftliche Studien sondern auch ethische und soziale Rahmenbedingungen nötig.

Noch kein fortpflanzungsfähiges Sperma
Bisher seien die Zellen nicht zur Befruchtung von Eizellen geeignet, da sie ohne die Fähigkeit zu einem bestimmten Zellteilungsschritt nicht vollständig heranreifen. Nach Angaben Nayernias sind weitere drei bis fünf Jahre nötig, um fortpflanzungsfähige Spermien zu züchten.

Die Forscher entnahmen die Stammzellen aus dem Rückenmark, und gaben spezielle Wachstumsfaktoren dazu. Daraufhin entwickelten sich die Stammzellen zu Spermien-Vorläufern. Nayernia arbeitet derzeit in einem Stammzellinstitut in Newcastle, hatte die Forschungen aber in Göttingen betrieben.

Spermienzüchtung bei Mäusen
Bei Mäusen ist den Göttinger Wissenschaftern der Schritt zum ausgereiftem Spermium bereits gelungen. Mit gezüchteten Spermien hatten sie 2006 künstlich Mäuseeizellen befruchtet. Aus den 65 Embryonen, die das Forscherteam in Mäuseweibchen einpflanzte, wurden sieben Mäuse geboren.
(apa)

3.7.2007 10:05