Freitag, 13. April 2007

Weitere 15 manipulierte Fußball-Spiele in Italien? Juventus Turin droht neuer Prozess

  • Überprüft wird vor allem 0:0 zwischen Juve & Milan
  • PLUS: Mailänder wollen Titel für 2005 beanspruchen

Dem italienischen Rekordmeister Juventus Turin droht ein weiterer Prozess wegen Schiedsrichtermanipulation. Die Staatsanwaltschaft Neapel hat ihre Ermittlungen im italienischen Liga-Manipulationsskandal ausgeweitet und 15 weitere, vermutlich manipulierte Meisterschaftsspiele ins Visier genommen.

Überprüft wird vor allem das 0:0 zwischen Juventus Turin und dem AC Milan am 18. Dezember 2004, berichten italienische Medien. Der Ex-Sportdirektor von Juventus, Luciano Moggi, der ehemalige Manager von Messina Calcio, Mariano Fabiani, und Schiedsrichter Paolo Bertini sollen das Match zu Gunsten von Rekordmeister Turin manipuliert haben.

AC Milan könnte in Kürze eine Revision des Prozesses verlangen, der im vergangenen Sommer gegen Juventus geführt worden war. Milan beansprucht den Titel 2005, den Juventus gewonnen hatte, da die "Alte Dame" mit Hilfe korrupter Schiedsrichter erfolgreich gewesen sein könnte. Die Mailänder hatten die Saison auf Platz zwei beendet.

Neuer Punkteabzug droht
"Juve" droht ein neues Verfahrens oder ein weiterer Punkteabzug, der die kommende Saison des Skandal-Klubs belasten könnte. Wegen der Schiedsrichtermanipulation war Juventus Turin im Sommer vergangenen Jahres zum Zwangsabstieg in die Serie B verurteilt worden. AC Milan, AC Fiorentina, Lazio Rom, FC Siena und Reggina Calcio wurden in der Serie A mit Strafpunkten belegt. Moggi wurde zu einer fünfjährigen Berufssperre verurteilt.

Der Staatsanwalt des italienischen Fußballverbandes, Francesco Saverio Borrelli, wartet auf die Dokumente der Staatsanwaltschaft von Neapel. Auf Grund dieser Akten wird er überprüfen, ob genügendes Material für die Eröffnung eines neuen Verfahrens gegen Moggi und Juventus vorhanden ist.

(apa/red)

13.4.2007 12:05