Mittwoch, 11. April 2007

Keine Testfahrer bei Williams im Einsatz:
"Volles Programm" für Alex Wurz in Bahrain

  • Smarter Österreicher bei seinem Team umschwärmt
  • Auch kein BMW-Tester - Zukunft von 'Schumi 2' offen

Österreichs Formel-1-Pilot Alexander Wurz wird beim 3. Lauf zur Formel-1-WM in Bahrain wieder das volle Programm abspulen. Sein Williams-Team verzichtet wie BMW in Sakhir auf den Einsatz eines Testfahrers. Wurz hatte in Malaysia tatenlos zuschauen müssen, weil Testfahrer Kazuki Nakajima im Cockpit saß. Der Japaner ist in Bahrain aber in der GP2 am Start, auch der zweite Testpilot, der Inder Narain Karthikeyan, wird nicht eingesetzt.

Wurz war direkt nach dem Malaysia-Rennen nach Bahrain geflogen. "Zum Schuh-Aufblasen", wie der Niederösterreicher zunächst scherzhaft gemeint hatte, denn der Insel-Kleinstaat im persischen Golf hat zwar wieder einige Banken mehr bekommen, punkto Unterhaltung aber auch im vierten Jahr Formel 1 noch immer nicht viel zu bieten. Deshalb half Wurz der Zeitumstellung mit viel Schlaf und regelmäßigen Besuchen im Fitness-Center nach. Der 33-jährige mit den Werten eines Extremsportlers gilt als einer der fittesten Fahrer im Feld.

2006 war das Rennen in Bahrain noch der Saisonauftakt und Wurz erstmals Testfahrer bei Williams gewesen. "Natürlich war damals noch nicht absehbar, dass ich heuer im Renn-Cockpit sitze", erinnerte sich Wurz. Erst nach einem Drittel der Saison hätten ihn diverse Kommentare, auch von Teamchef Frank Williams, immer sicherer werden lassen. Im vergangenen August war Österreichs aktueller Motosportler des Jahres dann bekanntlich als Pilot für 2007 bestätigt worden.

Bei Williams hat der Österreicher für seine jüngste Aufholjagd in Sepang vom 19. auf den 9. Platz viel Lob bekommen. Wie überhaupt praktisch alle im Team mit dem freundlichen und professionellen Piloten aus Austria "happy" sind, auch wenn Wurz das sportliche Glück bisher fehlt. "Er ist intelligent, versteht sofort, was man von ihm will und er ist dazu höflich und gut erzogen", schwärmte auch die Williams-Pressedame Silvia Hoffer Frangipane von Wurz.

Auch BMW-Sauber wird in Bahrain auf einen Testfahrer verzichten (können), weil Sebastian Vettel in der Renault-World-Serie engagiert ist. Nick Heidfeld, der zuletzt in Sepang deshalb passen hatte müssen, ist von den Einsätzen der Testfahrer genauso wenig begeistert wie Wurz bei Williams.

Keine Freude hat derzeit auch Ralf Schumacher über das, was er zuletzt in den Medien lesen musste. Angeblich sind die Tage des hoch bezahlten Wahl-Salzburgers bei Toyota nach dieser Saison gezählt. Der jüngere Bruder des im Vorjahr abgetretenen Rekord-Weltmeisters Michael hat bisher lediglich drei dritte Plätze für die Japaner heraus gefahren. (apa/red)

11.4.2007 11:16
Ergebnisse, WM-Stand, Team-Porträts