Mittwoch, 11. April 2007

Hitzewellen in L.A. und Überschwemmungen
in New York: Weltklimarat warnt vor Folgen

  • Auch USA müssen mit Klimawandel-Folgen rechnen
  • In Lateinamerika könnten alle Gletscher schmelzen

Der Weltklimarat (IPCC) hat vor Hitzewellen in Kalifornien und einer Bedrohung der Ostküsten-Metropole New York durch Überschwemmungen gewarnt. Trotz ihrer wirtschaftlichen Stärke müssten die USA und Kanada mit ähnlichen Folgen des Klimawandels fertig werden, wie sie auch für den Rest der Welt vorhergesagt würden, erklärte der Chef des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner.

Der IPCC-Bericht zeichnet mögliche Folgen für Nordamerika auf, zu denen Milliardenverluste für die Holzwirtschaft und Konflikte um Trinkwasser gehören. So würde der Columbia-River bei einer durchschnittlichen Erderwärmung um zwei Grad bis 2040 im Sommer fünf Milliarden Kubikmeter weniger Wasser führen, heißt es. Zugleich wachse jedoch der Bedarf allein der Großstadt Portland um 26 Millionen Kubikmeter.

Ende des 21. Jahrhunderts könnte dem Szenario einer starken globalen Erwärmung zufolge New York alle durchschnittlich alle drei bis vier Jahre überschwemmt werden, derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1 zu 100. Die Zahl der Hitzetage in Chicago soll um 25 Prozent steigen. In Los Angeles könnte die Zahl der Tage in Hitzeperioden von derzeit 12 auf 44 bis fast 100 anwachsen.

Auch Lateinamerikas Gletscher betroffen
In Lateinamerika könnten binnen 15 Jahren alle Gletscher abgeschmolzen sein. Danach droht durch den Klimawandel im brasilianischen Regenwald der Verlust von bis zu 30 Prozent der Arten. Ackerland könnte sich in Savanne verwandeln und Wirbelstürme in Regionen auftreten, die solche Wetterextreme bisher nicht kannten.

Der IPCC-Wissenschaftler Edmundo de Alba verwies auf das Jahr 2005, als sich ein ungewöhnlich schwerer tropischer Sturm in Hurrikan-Stärke vor der brasilianischen Küste im Südatlantik bildete. Der Meeresspiegel könnte an den Küsten Südamerikas bis zum Jahr 2080 um 1,3 Meter steigen und tief gelegene Städte wie Rio de Janeiro oder Buenos Aires überfluten.

In anderen Gebieten Südamerikas fehlten 70 Millionen Menschen Wasser. Wo heute schon Dürren aufträten, werde es durch den Klimawandel noch trockener, sagte de Alba. In Gebieten mit viel Niederschlag werde es dagegen noch mehr regnen.

Weizenanbau in Afrika nicht mehr möglich
Besonders heimgesucht dürfte nach Einschätzung der Wissenschaftler Afrika werden. So könnte der Weizenanbau auf dem Kontinent 2080 nicht mehr möglich sein. Der Chef des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, rief erneut zu internationalen Anstrengungen auf, um die gefährlichsten Folgen des Klimawandels noch zu verhindern.

(apa/red)

11.4.2007 14:57