Freitag, 13. April 2007

Jesus-Buch wird Bestseller: Verlag erhöht Auflage für neuestes Papst Benedikt-Werk

  • Vorausbestellungen enorm: Druck auf Hochtouren
  • Herder-Verlag arbeitet seit 50 Jahren mit Ratzinger

Bei Herder in Freiburg mussten die Druckmaschinen kurzfristig noch einmal Höchstleistung bringen: Weil die Nachfrage so enorm ist, erhöhte der Verlag die Startauflage für "Jesus von Nazareth", das neue Buch von Papst Benedikt XVI., wenige Tage vor dem Verkaufsstart um 50.000. Mit 200.000 Exemplaren kommt das 448 Seiten starke und 24 Euro teure Werk am Montag die Läden.

"Die Vorbestellungen aus dem Buchhandel sind enorm und wir gehen davon aus, dass das Buch sämtliche Ratzinger/Benedikt XVI.-Rekorde brechen wird", sagt Herder-Sprecherin Melanie Geppert.

Joseph Ratzinger ist der meistverkaufte Theologe im Programm des Verlags und schlägt die Verkaufszahlen seines Vorgängers Johannes Paul II. nach den Worten Gepperts deutlich. Schon seit fünfzig Jahren arbeitet Ratzinger mit dem führenden deutschsprachigen theologischen Verlag zusammen, zur Feier des Jubiläums reiste Verleger Manuel Herder im vergangenen November nach Rom. Rund fünfzig Bücher aus der Feder Ratzingers sind in Freiburg verlegt worden.

Laut Geppert brachte Ratzinger gemessen am schwierigen Thema Theologie schon vor seiner Wahl zum Papst gute Auflagen mit zum Teil bis zu 40.000 Exemplaren. Nach der Wahl zum Papst vor zwei Jahren verzeichnete der Verlag zunächst einen deutlichen Anstieg, der mittlerweile allerdings wieder auf ein normales Level absackte, wie die Herder-Sprecherin berichtet. Bestverkauftes Buch aus dieser Phase ist das kurz vor der Papstwahl erschienene "Werte in Zeiten des Umbruchs", das mit 155.000 Exemplaren ebenfalls ein Bestseller ist.

Allerdings kommt auch ein Papst nicht ohne kritische Begleitung aus. Bei Herder begleitete ein Lektor Ratzinger fast die gesamte Zeit der bisherigen Zusammenarbeit. Der Lektor ist zwar mittlerweile im Ruhestand, zusammen mit seinem Nachfolger bearbeitete er aber auch das neue Papstbuch. Für die Lektoren sei es "eine Pflicht, dem Autor eine eigene Meinung zu sagen", sagt Verleger Manuel Herder. Zu den möglichen stilistischen Schwächen seines Top-Sellers schweigt er sich aber aus - dafür lobt der Verleger seinen Autor in höchsten Tönen. "Jeder, der Ratzinger liest, der ist auch begeistert."

(apa)

13.4.2007 18:11