Freitag, 13. April 2007

Rassistischer US-Talkmaster nun gefeuert:
Überaus populäre Radioshow wird eingestellt

  • Zahlreiche Kunden drohten mit Vertrags-Kündigungen
  • Imus moderierte Show seit mehr als 30 Jahren

Der Wirbel um rassistische Äußerungen des prominenten US-Talkmasters Don Imus hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Der Sender CBS gab die sofortige Einstellung der bisher überaus populären morgendlichen Imus-Radioshow bekannt, nachdem er zunächst nur ein zweiwöchiges Mikrofon-Verbot verfügt hatte.

Bereits kürzlich hatte sich auch der Fernseh-Kabelsender MSNBC distanziert und die tägliche Ausstrahlung der Imus-Talkshow gestoppt, nachdem zahlreiche Kunden mit der Aufkündigung von Reklame- Verträgen gedroht hatten.

Der für seinen Sarkasmus und drastische Ausdrucksweise bekannte Talkmaster (66) hatte die schwarzen Frauen in einem Uni-Basketballteam als "nappy-headed ho's" bezeichnet, also als "kraushaarige Huren". CBS-Präsident Leslie Moonves sagte, die Entscheidung zur fristlosen Kündigung sei nach Gesprächen mit "besorgten" Gruppen und Angestellten des Senders gefallen. "Die Äußerungen...haben uns alle sehr aufgebracht und abgestoßen", hieß es in einer schriftlichen Erklärung.

Imus hatte seine Show "Imus in the Morning" seit mehr als 30 Jahren moderiert. Die Einschaltquoten waren bisweilen sogar höher als die bei gleichzeitig ausgestrahlten Nachrichtenprogrammen etwa des Kabelsenders CNN.

(apa/red)

13.4.2007 09:17