Droht neuer Krieg? Türkischer Armee-Chef fordert militärischen Einmarsch in Nordirak
- General: Maßnahmen gegen PKK und Kurdenstaat
- Kurdische Rebellengruppe mit Waffen versorgt?
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Der türkische Generalstabschef Yayar Büyükanit hat einen militärischen Einmarsch in das Nachbarland Irak gefordert. Militärisch gesehen sei eine Intervention im Nordirak notwendig, sagte der Generalstabschef auf einer Pressekonferenz in Ankara. Die politische Entscheidung müsse aber noch getroffen werden.
Büyükanit begründete seine Forderung damit, dass sich die kurdische Rebellengruppe PKK im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak ungestört bewegen und mit Waffen versorgen könne. Zum anderen verwies Büyükanit auf die kurdischen Autonomiebestrebungen im Nordirak sowie auf die Äußerungen des irakischen Kurdenpolitikers Massud Barzani. Dieser hatte angekündigt, die Kurden in der Türkei aufzustacheln, falls sich die Türkei in den Streit um die nordirakische Ölstadt Kirkuk einmischen sollte.
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Barzani gewarnt, er "zu Grunde gehen". Barzani hatte in einem Interview gesagt, im Falle einer Einmischung der Türkei in Kirkuk werde man sich "in Diyarbakir und anderen türkischen Städten (mit großem kurdischen Bevölkerungsanteil) einmischen".
Die Türkei will verhindern, dass die Vielvölkerstadt Kirkuk mit ihren Erdölquellen dem kurdischen Autonomiegebiet zugeschlagen wird. Ankara befürchtet, dass auf diese Weise ein auch wirtschaftlich lebensfähiger Kurdenstaat im Nordirak entstehen könnte. Der türkische Außenminister Abdullah Gül telefonierte laut Medienberichten mit seiner US-Kollegin Condoleezza Rice, um ihr die "Besorgnisse" der Türkei wegen der jüngsten Äußerungen Barzanis zur Kenntnis zu bringen. Über den Status von Kirkuk soll laut irakischer Verfassung noch vor Ende dieses Jahres in einem Referendum entschieden werden.
Spezialeinheiten der türkischen Armee sind nach Medienberichten bereits bis zu 40 Kilometer tief auf irakisches Staatsgebiet vorgestoßen. Ziel der Kommandoaktionen seien Lager der PKK gewesen, berichtete die Zeitung "Zaman".
(apa/red)
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