Dienstag, 10. April 2007

Nordkorea gibt USA Gebeine von Soldaten zurück: Sollen in Hawaii identifiziert werden

  • Gouverneur Richardson: "Eine sehr positive Geste"
  • Ausgrabungen: 225 Überreste von Soldaten entdeckt

Nordkorea hat der Übergabe von sterblichen Überresten mutmaßlicher US-Soldaten aus dem Korea-Krieg (1950-53) zugestimmt. Eine vom demokratischen Gouverneur Bill Richardson von New Mexico geleitete US-Delegation, die sich derzeit in Nordkorea aufhalte, werde die Gebeine über den Waffenstillstandsort Panmunjom zunächst nach Südkorea überführen, teilte das im Süden der koreanischen Halbinsel stationierte UNO-Kommando (UNC) mit.

In einer Erklärung von Richardsons Büro hieß es, die nordkoreanische Volksarmee wolle die Überreste von sechs gefallenen US-Soldaten übergeben. "Das ist eine sehr positive Geste der nordkoreanischen Regierung." Die Gebeine sollen später nach Hawaii geflogen werden, um sie dort möglichst zu identifizieren.

Richardson, der sich für die Nominierung seiner Partei für die Präsidentenwahl 2008 bemüht, befand sich mit Billigung Washingtons in Nordkorea, um dort offiziell die Rückführung der Überreste von Soldaten zu organisieren. Die Delegation wird neben Richardson vom ehemaligen Minister für Kriegsveteranen, Anthony Principi, einem Republikaner, angeführt.

Im Korea-Krieg waren mehr als 33.000 US-Soldaten gefallen, über 8000 gelten als vermisst. Seit 1996 wurden nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bei 33 gemeinsamen Ausgrabungsaktionen in Nordkorea die vermuteten Überreste von mehr als 225 US-Soldaten gefunden. Die Operationen wurden vor knapp zwei Jahren ausgesetzt.

Politische Beobachter werten Richardsons Besuch auch als Versuch der Demokraten, eine Schattendiplomatie zur Außenpolitik der US-Regierung unter Präsident George W. Bush aufzubauen. Vergangene Woche hatte die Präsidentin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, Gespräche in Syrien geführt, obwohl die US-Regierung jeglichen Kontakt zu dessen Führung ablehnt. Damit zog Pelosi scharfe Kritik von Vizepräsident Dick Cheney auf sich.

(apa/red)

10.4.2007 10:03