Blutige Osterwoche in mexikanischem Drogenkrieg: 18 Ermorderte in vier Tagen!
- Fernsehmoderator auf offener Straße erschossen
- Konkurrierende Kartelle mit tödlichem Machtkampf
In der Osterwoche hat die Mordwelle in der mexikanischen Drogenszene einen neuen Höhepunkt erreicht. Allein seit Donnerstag wurden die Leichen von 18 Ermordeten entdeckt, wie die Behörden mitteilten.
Am Ostersonntag erschossen Unbekannte in Chilpancingo, der Hauptstadt des am stärksten von den Morden betroffenen mexikanischen Bundesstaates Guerrero, einen Polizisten vor den Augen von dessen Frau und Kindern. Die zwei Täter seien vor dem Restaurant, in dem die Familie zu Abend aß, aus einem Auto gestiegen und hätten das Feuer auf den Beamten eröffnet, teilte die Polizei mit. Zu Guerrero gehört auch der Badeort Acapulco.
Zu landesweiter Empörung führte zudem insbesondere der Mord an einem Journalisten des größten mexikanischen Fernsehsenders Televisa. Ein unbekannter erschoss den Moderator, als dieser das Gebäude einer Radiostation in Santacruz verließ. Reporter ohne Grenzen verurteilte die Tat und erinnerte daran, dass Mexiko 2006 mit zehn Toten das zweitgefährlichste Land der Welt für Journalisten war - nach dem Irak. Am Donnerstag wurden im Bundesstaat Guerrero die Leichen von vier Männern gefunden, die vermutlich Brüder waren. Am Samstag wurde der Leichnam eines vermutlich fünften Bruders aus dieser Familie entdeckt.
Am Freitag entdeckten die Behörden fünf Leichen im Bundesstaat Tamaulipas. Die Toten waren an den Händen gefesselt, die Köpfe mit Klebeband bedeckt. Im Bundesstaat Sinaloa wurden drei Frauen und zwei Männer mit großkalibrigen Waffen getötet. In Veracruz wurde die Leiche eines Unbekannten entdeckt, der in einen Plastiksack gehüllt war. Bei dem Toten fand sich ein Brief, in dem eine mutmaßliche Gruppe von Auftragskillern des mexikanischen Golfkartells mit dem Tod bedroht wurden. Von einigen wurde der Vorname oder der Spitzname genannt. Die Gruppe ist vermutlich für die Kontrolle der Geschäfte des Drogenkartells in Veracruz zuständig.
In Guerrero tragen das Golfkartell und das konkurrierende Drogenkartell Sinaloa einen gnadenlosen Machtkampf um die Kontrolle des Suchtgifthandels aus. Das Gebiet gilt als Produktions- und Konsumstätte von Drogen sowie als wichtiger Umschlagplatz für den Rauschgifthandel in Richtung USA. Nach offiziellen Zahlen starben allein 2006 bei Exekutionen im Zusammenhang mit Drogenhandel in Mexiko mehr als 4.000 Menschen, vor allem Mitglieder der Drogenkartelle und Polizisten. (apa/red)
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