Vier Jahre Besatzung: Hunderttausende
Iraker fordern den Abzug der US-Soldaten
- Radikaler Schiiten-Prediger al-Sadr führt Proteste an
- Demokraten wollen Bushs Kriegskasse zustimmen
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Zum vierten Jahrestag des US-Einmarsches in Bagdad sind hunderttausende Iraker einem Aufruf des radikalen Schiiten-Predigers Sadr zu anti-amerikanischen Protesten gefolgt. Mit Parolen wie "Nein zur Besatzung, Nein zu Amerika!" zogen die Demonstranten mit irakischen Fahnen durch die Pilgerstadt Najaf. In Bagdad verhängte die Regierung ein Fahrverbot, um Autobombenanschläge zu verhindern.
"Geht hinaus und demonstriert, um die Besatzung zu beenden", erklärte Sadr, der bei den Protesten selbst nicht auftrat, in seinem Aufruf. Daraufhin machten sich Demonstranten mit Bussen und Autos auf in die den Schiiten heilige Stadt. Überwiegend junge Männer schwenkten irakische Fahnen und verbrannten US-Flaggen. Die Straße zwischen Bagdad und Najaf war zeitweise mit hunderten Fahrzeugen verstopft. Auch in Bagdad bereiteten sich die Sicherheitsbehörden auf Proteste vor.
Sadr, der unter der ärmeren schiitischen Stadtbevölkerung große Sympathien genießt, macht die US-Invasion für die unerbittliche Gewalt im Irak verantwortlich. Kämpfer seiner Miliz "Mahdi-Armee" haben sich wiederholt Gefechte mit den irakischen Sicherheitskräften und US-Truppen geliefert. Das US-Verteidigungsministerium hat Sadrs Miliz als größte Bedrohung für den Frieden im Irak bezeichnet.
Die US-Demokraten wollen unterdessen offenbar doch dem Budget für die Finanzierung der Truppen im Irak und in Afghanistan zustimmen, auch wenn damit kein Zeitplan für einen Rückzug verbunden ist. Dennoch wollten die Demokraten den Druck auf die irakische Führung verstärken, mehr Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes zu übernehmen.
(apa/red)
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