Ladung wird "selbstverständlich" ergehen: Edlinger schon bald vor Jet-U-Ausschuss?
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Vertragsausstieg? ÖVP weiterhin zurückhaltend
In der Eurofighter-Causa nehmen ÖVP und BZÖ nun den ehemaligen Finanzminister Rudolf Edlinger ins Visier. Sowohl die ÖVP-Fraktionsvorsitzende im Eurofighter-Untersuchungsausschuss, Maria Fekter, sowie auch BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz forderten die Ladung Edlingers vor den Untersuchungsausschuss. Grund dafür sind angebliche Zahlungen des Eurofighter-Produzenten EADS an den Fußballklub Rapid, bei welchem Edlinger Präsident ist. Der SP-Fraktionsführer im Ausschuss, Günther Kräuter, erklärte, dass "selbstverständlich" eine Ladung Edlingers erfolgen werde.
Sie wolle wissen, zu welchem Zweck die angeblichen Zahlungen an Rapid geflossen sind, so Fekter, die von "erstmaligen direkten Zahlungen von EADS an einen hochrangigen Politiker" sprach. Auch ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon forderte in einer Aussendung "rasche Aufklärung". Diese will auch Kräuter und schloss sich der Forderung nach Ladung seines Parteikollegens Edlinger an: "Jeder Geldfluss" werde "lückenlos aufgeklärt" werden.
Das BZÖ sprach von "unfassbaren Abgründen" in einem "roten Netzwerk" rund um die Eurofighter-Diskussion. Grosz verwies außerdem darauf, dass laut Regelungen der FIFA Fußballvereine keine finanziellen Unterstützungen von der Waffenlobby erhalten dürften.
Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache habe EADS "offenbar versucht, die halbe Republik einzukaufen". Die neuen Vorwürfe würden aufzeigen, dass bisher offenbar "nur die Spitze des Eisberges" bekannt geworden sei. Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) wäre jedenfalls "gut beraten", sofort sämtliche Zahlungen an EADS einzufrieren, meinte Strache.
Von einem "widerwärtigen SPÖ-ÖVP-Schauspiel" in "Sachen Eurofighter-Schiebung" sprach der Grüne Fraktionsführer im Untersuchungsausschuss, Werner Kogler. Die für den "Beschaffungsskandal" hauptverantwortliche ÖVP wolle eine Aufklärung im jeden Preis verhindern und die SPÖ finde aus ihrem "orientierungslosen Taumeln" nicht heraus, meinte Kogler, der sich fragt, was noch passieren müsse, damit die SPÖ den Vertrag für nichtig erklärt.
Rapid-Sprecher Sharif Shoukry bestätigte indes gegenüber der APA, dass EADS die Nachwuchs- und Jugendförderung bei Rapid unterstützt habe. Details gebe man aber nicht bekannt. Zum Vorwurf, von einem Waffenlobbyisten Geld bekommen zu haben, sagte Shoukry, kein "Waffenlobbyist", sondern die Firma EADS habe die Unterstützung gewährt.
(apa/red)
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