Verdacht des Geldflusses "nicht entkräftet": 'Airchief' Erich Wolf vom Dienst suspendiert!
- Darabos: Reaktion auf Anhörung des Generalmajors
- Wolf weist Vorwurf zurück: 'Keine Geschenkannahme'

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Frau des Airchiefs über die Gelder von Steininger
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beim Jungfernflug
BILDER: Für den Testpilot
verlief Flug 'ohne Pannen'
·UMFRAGE: Ja oder Nein zu Eurofightern?
Abstimmen: Sind Sie für Ausstieg aus Kaufvertrag?
Neuer Knalleffekt in der Causa Eurofighter: Verteidigungsminister Norbert Darabos hat den Gesamtverantwortlichen für die Jet-Einführung, Erich Wolf, vorläufig suspendiert. Grund ist die von der APA aufgedeckte Zahlung von 87.600 Euro an die Firma von Wolfs Frau. In seiner Befragung durch die Disziplinarbehörde habe der Generalmajor diesen Geldfluss nicht entkräften können, sagte Darabos. Wolf wies in einem knappen Statement gegenüber der APA die Anschuldigungen als "nicht zutreffend" von sich. Die Eurofighter GesmbH geht "im Augenblick" davon aus, dass sich am Vertrag nichts ändere und beteuert, eine "weiße Weste" zu haben.
"Erich Wolf hat nicht mehr mein Vertrauen als stellvertretender Air Chief und als Projektleiter für die Eurofighter-Einführung", begründete Darabos die vorläufige Amtsenthebung im APA-Interview. Wolf habe nun das Recht, die Disziplinarkommission anzurufen, in der auch Personalvertreter sitzen. Außerdem hat Darabos seinen Spitzenbeamten bereits am Freitag wegen des Verdachts der verbotenen Geschenkannahme und der falschen Zeugenaussage angezeigt.
Wolf: "Vorwürfe nicht zutreffend"
Wolf selbst wies die Anschuldigungen zurück. Die über die Medien kolportierten Vorwürfe "insbesondere in Hinblick auf die behauptete Geschenkannahme" und die "behauptete falsche Zeugenaussage" vor dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss "sind aus meiner Sicht nicht zutreffend", sagte Generalmajor Wolf gegenüber der APA. "Die weitere Vorgehensweise obliegt der Dienstbehörde." Wolfs Frau, Anna Maria Frühstück-Wolf, bekräftigte einmal mehr, dass das "Darlehen" von 87.600 Euro vom EADS-Lobbyisten Erhard Steininger "ganz allein meine Angelegenheit" gewesen sei: "Mein Mann hat mit der Sache nichts zu tun", sagte Frühstück-Wolf. Die Eurofighter GesmbH sieht "keine neue Lage" und geht davon aus, dass sich am Vertrag nichts ändere, sagte Sprecher Wolfdietrich Hoeveler.
Das sah Ausschuss-Vorsitzender Peter Pilz (G) freilich ganz anders. Seiner Meinung nach kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei den Geldflüssen in Richtung Wolf um "EADS-Gelder" gehandelt habe. "Es erscheint mir wahrscheinlich, dass es EADS-Gelder waren." Der Konzern müsse jetzt das Gegenteil beweisen, so Pilz gegenüber der APA. Der Grüne hält es auch für "undenkbar", dass der Kaufvertrag in seiner jetzigen Form abgewickelt wird. Es müsse nach den neuen Erkenntnissen "zumindest eine dramatische Verringerung der Stückzahl" geben, wobei der Ausstieg das Ziel bleibe.
Unglaubwürdiges "Gattinnen-Darlehen-G'schichtl"
Der SPÖ-Fraktionsführer im Eurofighter-Ausschuss, Günther Kräuter, bezeichnete Wolfs Rechtfertigung für die Geldflüsse als "völlig unglaubwürdiges 'Gattinnen-Darlehen-G'schichtl'". FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache forderte in Sorge um das Ansehen der Republik und die Landesverteidigung die SPÖ auf, "umgehend die Notbremse zu ziehen".
Der ehemalige Verteidigungsminister und jetzige Innenminister Günther Platter wies die Verantwortung für die Vorgänge rund um den früheren Luftwaffenchef Wolf von sich. Er sei nämlich zum fraglichen Zeitpunkt noch Bildungslandesrat in Tirol gewesen, so Platter. Vorgänger Herbert Scheibner ärgerte sich über die "ständige Vorverurteilungen" in der Causa. So lange nicht beweisen sei, dass bei Wolfs beruflicher Tätigkeit etwas nicht korrekt abgelaufen sei, gelte die Unschuldsvermutung, so der BZÖ-Abgeordnete. (apa/red)
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