Lokomotive zu heftig angekoppelt: Neun Personen bei Rangierunfall in Tirol verletzt
- Zwischenfall ereignet sich auf Kitzbühler Bahnhof
- Menschliches Versagen als Gund nicht ausgeschlossen
Nach einem Rangierunfall am Kitzbüheler Bahnhof mit neun Verletzten wird jetzt nach den Ursachen gesucht. Beim Ankoppeln einer Lokomotive waren die Fahrgäste zum Teil von ihren Sitzen katapultiert worden. Menschliches Versagen wird als Grund für den Unfall nicht ausgeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher.
Bei der Schiebelok sei ein technisches Gebrechen festgestellt worden, weshalb man diese gegen 18.30 Uhr im Kitzbüheler Bahnhof austauschte. Als der Lokführer mit der Ersatzlok ankuppeln wollte, prallte er mit zu hoher Geschwindigkeit gegen den stehenden Regionalzug. Warum der Lokführer die Geschwindigkeit nicht ausreichend drosselte, war vorerst unklar. Neben einer menschlichen Fehlleistung könne es sich auch um einen technischen Defekt gehandelt haben, erklärte ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel. Derzeit werte man die Daten des "Lokfahrstreifens", der Blackbox der Lokomotive, aus.
Dass jemand eine Schadenersatzforderung an das Unternehmen stellt, sei nicht auszuschließen. "Die Ursache liegt in jedem Fall bei uns", sagte der ÖBB-Sprecher. Mittlerweile seien alle bis auf einen Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen worden. Sie waren zur medizinischen Behandlung in die Krankenhäuser Kitzbühel und St. Johann gebracht. Sie hatten vor allem Prellungen, Schürfwunden und Schleudertraumata erlitten. Insgesamt waren 35 Rotkreuz-Mitarbeiter und drei Notärzte im Einsatz.
(apa/red)
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