Mittwoch, 2. Mai 2007

"Big Brother" wird ab jetzt Realität: ÖBB nehmen Überwachungskameras in Betrieb

  • Videokameras bei ca. 70 Haltestellen und Bahnhöfen
  • In nächsten Jahren zusäztliche 90 Kameras geplant

Auf rund 70 Haltestellen und Bahnhöfen der ÖBB werden Fahrgäste ab sofort videoüberwacht. Kameras zeichnen dann unter anderem das Geschehen in den Bahnhöfen Baden, Mödling, Linz, Graz, Leoben, Klagenfurt und Lienz auf, sagte ÖBB-Sprecher Nikolaus Käfer. Zwei Jahre lang soll der Probebetrieb laufen, nach eineinhalb Jahren wird evaluiert, was die Maßnahme gebracht hat.

Auch "Talent"-Zuggarnituren der ÖBB, die im Regionalverkehr zum Einsatz kommen, sind bereits mit elektronischen Augen ausgerüstet. Die Videoüberwachung soll in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden, kündigte der Sprecher an.

Die Datenschutzkommission hatte das Vorhaben Mitte April genehmigt. Die Aufnahmen dürfen demzufolge maximal 48 Stunden aufbewahrt werden und sollen nur einem kleinen Personenkreis zugänglich sein. Solche Vorkehrungen seien mittlerweile internationaler Standard. Man wolle damit das subjektive Sicherheitsempfinden der Reisenden stärken, erklärte Käfer. Auch in Hinblick auf Großereignisse - wie die EURO 2008 - sei Videoüberwachung erforderlich.

Bis 2011 sollen österreichweit 160 Stationen mit Kameras ausgestattet sein. In Wien werden ab Dienstag 17 Haltestellen videoüberwacht: Hauptsächlich entlang der Schnellbahnlinien 45 und 7, teilweise am Bahnhof Meidling und beim Praterstern. Dort sollen im Endausbau insgesamt rund 100 Geräte Bilder liefern.

Folgen werden heuer zudem Bahnhöfe in Bregenz, Bludenz, Salzburg, Wiener Neustadt und die Wiener Stopps Hetzendorf und Floridsdorf, kündigte der Sprecher an. Der Wiener Westbahnhof soll nach dem Umbau mit elektronischen Augen ausgerüstet sein. Auch der frühestens 2012 in Betrieb gehende Hauptbahnhof der Bundeshauptstadt soll videoüberwacht werden.

(apa/red)

2.5.2007 07:07