Dienstag, 10. April 2007

153.685 Straftaten in 2007 angezeigt: Um 7,8 Prozent mehr Fälle, weniger aufgeklärt

  • Eklatanter Anstieg bei Fahrrad- & Motorraddiebstählen
  • Weiteres großes Problemfeld: Vandalismusdelikte

153.685 Straftaten sind in den ersten drei Monaten des Jahres in Österreich angezeigt worden. Das bedeutet nach der veröffentlichten Statistik des Innenministeriums einen Anstieg gegenüber den Vergleichsmonaten 2006 um 7,8 Prozent. Die Aufklärungsquote ist trotz mehr geklärter Fälle von 39,6 auf 37,6 Prozent gesunken.

Eklatant ist der Anstieg vor allem bei Fahrrad- und Motorraddiebstählen: So wurden um 81,3 Prozent mehr Fahrräder und um 73,4 Prozent mehr Motorräder entwendet. Die Exekutive führt dies vor allem auf das schöne Wetter und den damit frühen Beginn der Zweiradsaison zurück.

Vandalismusdelikte großes Problem
Ein weiteres großes Problemfeld sind Vandalismusdelikte. 69,5 Prozent mehr Fälle wurden in den ersten drei Monaten angezeigt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das fällt laut den Kriminalisten unter den Überbegriff Jugendkriminalität. Dieses Phänomen werde in den Kriminalstrategien von Bundeskriminalamt und Ländern verstärkt berücksichtigt. "Auf die Bekämpfung von Jugendkriminalität wird daher künftig, speziell auf dem präventiven Sektor, besonderes Augenmerk gelegt", hieß es.

Als Erfolg wertet es das Ministerium, dass der Anstieg der Kriminalität und der Rückgang der Aufklärungsquote gegenüber Jänner gebremst wurden: Im Jänner gab es noch ein Plus von 10,8 Prozent bei den Anzeigen gegenüber dem Vergleichsmonat 2006. Bei der Aufklärungsquote lag der Rückgang Ende Jänner bei 4,28 Prozent, jetzt sind es genau zwei Prozent.

Anzeigen in allen Bundesländern gestiegen
Die Zahl der Anzeigen ist in allen Bundesländern angestiegen: Auffällig war dies aber vor allem in Oberösterreich mit plus 21,6 Prozent, in Kärnten mit plus 16 Prozent, Salzburg plus 14,3 Prozent und Niederösterreich mit plus 12,9 Prozent. Die Zahl der geklärten Fälle ist in Salzburg allerdings auch um 36,6 Prozent gestiegen. Am stärksten war hier der Rückgang in Niederösterreich mit um sieben Prozent weniger geklärten Fällen als in den ersten drei Monaten 2006 und Wien mit einem Minus von gar 8,9 Prozent.

In Salzburg mehr aufgeklärt
Einen Anstieg der Aufklärungsquote gab es lediglich in Salzburg mit plus 6,3 Prozent, in Vorarlberg (0,8 Prozent) und Tirol (0,1 Prozent). Am stärksten ging die Aufklärungsquote in Niederösterreich, nämlich um 8,3 Prozent, zurück.

"Die vorliegenden Zahlen lassen erkennen, dass die von der Exekutive eingeleiteten Maßnahmen Wirkung zeigen. Dennoch müssen wir weiter intensiv an einer Verbesserung arbeiten und die regionalen Entwicklungen differenziert betrachten", sagte Innenminister Günther Platter.

(apa/red)

10.4.2007 16:33