"Nichts griffiges dabei": Noch immer keine konkrete Spur von entflohenem U-Häftling
- War in Salzburg aus Psychiatrie verschwunden
Nach wie vor keine konkrete Spur gibt es von jenem U-Häftling, der vor mehreren Tagen aus einem Fenster der forensischen Psychiatrie der Salzburger Christian Doppler Klinik gesprungen ist. "Es sind Dutzende Hinweise eingegangen, es ist aber nichts Griffiges dabei", sagte der Leiter der Kriminalabteilung des Landespolizeikommandos Salzburg, Oberst Albert Struber.
Bei der Polizei melden sich laufend Zeugen, die den mutmaßlichen Schwerverbrecher Deniz Aktas (29) offenbar erkannt haben. Die Anrufe kamen bisher vor allem aus der Stadt Salzburg, dem Flach- und Tennengau sowie aus dem Pongau und dem Pinzgau bis Mittersill. Einmal soll Aktas zu Fuß, dann wieder mit dem Rad unterwegs gewesen sein. "In jedem Fall, wo er angeblich gesehen wurde, haben wir sofort jemanden hingeschickt", erklärte Struber. Doch bisher konnte der entflohene Häftling nicht aufgegriffen werden.
Unklar ist, wo der in Deutschland geborene Türke, der laut Staatsanwaltschaft perfekt Deutsch spricht, vor seiner Festnahme am 6. Februar 2007 gewohnt hatte. Von seiner offiziellen Wohnadresse in der Stadt Salzburg hatte er sich vor mehr als einem Jahr abgemeldet. Dann tauchte er unter. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei Strafverfahren wegen Vergewaltigung anhängig.
Für die Polizisten ist es aber unwahrscheinlich, dass der Mann zu seiner letzten, inoffiziellen Unterkunft zurückkehrt - aus Angst, er könnte dort festgenommen werden. Von seinen Verwandten seien keine Hinweise eingelangt, erklärte Struber. Alle von der Bevölkerung eingegangenen Hinweise konnten noch gar nicht abgearbeitet werden. Die Ermittlungen und die Fahndung liefen auf Hochtouren.
Der U-Häftling war in einer grünen Pyjamahose und einem karierten Kurzarmhemd aus der Klinik geflüchtet. Er soll am 18. Oktober 2006 eine Verkäuferin der Agip-Tankstelle in der Moosstraße in der Stadt Salzburg außergewöhnlich brutal vergewaltigt haben. Am 6. Februar 2007 wurde er nach einem bewaffneten Raubüberfall auf die selbe Tankstelle verhaftet. Seither litt er nach Angaben des behandelnden Arztes an einer psychischen Krankheit, genannt psychogener Stupor. Aktas war regungs- und sprachlos. Er wurde zuerst künstlich ernährt, später gefüttert. Vermutet wird, dass der laut Ärzten "gehunfähige" Mann zumindest die letzten Wochen simuliert hat.
(apa/red)
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