Mittwoch, 4. April 2007

Kampf gegen Erderwärmung: Flugverkehr rückt beim Klimaschutz in den Fokus der EU

  • Kein anderer Sektor mit so starkem CO2-Anstieg
  • Luftfahrt soll in Emissionshandel einbezogen werden

Im Kampf gegen die Erderwärmung will das Europäische Parlament die Luftfahrtbranche in die Pflicht nehmen. Seit 1990 sei der Ausstoß von gefährlichem Kohlendioxid (CO2) bei Flugzeugen um fast 90 Prozent gestiegen, sagte der deutsche Europaabgeordnete Peter Liese. In keinem anderen Sektor sei der Anstieg so stark.

"Das macht einen Großteil der Anstrengungen zum Klimaschutz in anderen Bereichen zunichte", meinte Liese. Um den Trend zu stoppen, müsse der Flugverkehr bis spätestens 2011 in das Handelssystem mit Verschmutzungsrechten, dem Emissionshandel, einbezogen werden.

Dieses System gibt es in der EU seit 2005. Die Betriebe bekamen von den Regierungen einmalig Emissionsrechte für jede Tonne CO2. Verbessert ein Betrieb seinen CO2-Ausstoß zum Beispiel durch moderne Technik, kann er seine Rechte an Firmen verkaufen, die mit ihren nicht auskommen.

Die EU-Kommission hat im Dezember Pläne vorgelegt, wie der Handel auf die Luftfahrt ausgedehnt werden kann. Bis 2020 soll so knapp die Hälfte des CO2-Ausstoßes der Branche verringert werden. Tickets sollen - auch wenn es für die Gesellschaften teurer wird - für Reisen in der EU nicht um mehr als 9 Euro teurer werden.

Parlament und Mitgliedstaaten haben dem Gesetzesvorschlag bisher nur im Grundsatz grünes Licht gegeben. In vielen Bereichen zeichnet sich Streit ab. Als "Berichterstatter" des Europaparlaments will Liese noch dieses Jahr einen Kompromiss aushandeln.

Etwa 90 Prozent der Abgeordneten seien prinzipiell dafür. "Aber der Teufel steckt im Detail", sagte der Abgeordnete. "Ich fürchte, dass über die regionalen Aspekte noch gestritten werden wird." Jedes Land müsse jedoch gleich behandelt werden, so Liese. (apa)

4.4.2007 14:03