Mittwoch, 4. April 2007

Feiertags-Sturm auf die Bahn: Zu Ostern werden wieder übervolle ÖBB-Züge erwartet

  • 11.000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung gestellt
  • "Genug Platz für jeden, nur nicht zur gleichen Zeit"

Fahrgäste der ÖBB müssen zu Ostern wieder mit übervollen Zügen rechnen. Obwohl die Bahn rund 11.000 Sitzplätze zusätzlich zur Verfügung gestellt habe, seien einige Züge schon vor einer Woche ausreserviert gewesen, sagte ÖBB-Fernverkehrschef Wehinger gegenüber der APA. Die ÖBB empfehlen ihren Fahrgästen, sich im Internet über die Buchungslage vorzuinformieren und Sitzplätze zu reservieren.

"Wir haben genug Platz für jeden, nur nicht zur gleichen Zeit. Es geht um zwei bis drei Stunden am Tag. Da spielt sich alles ab", sagte Wehinger und fordert die Fahrgäste auf im Notfall auf Züge abseits der Hauptzeiten auszuweichen. Grund für den Engpass seien starke Fahrgastzuwächse und Unterinvestitionen in den letzten Jahren. Die Anschaffung neuer Züge sei immer wieder verschoben worden.

Abhilfe schaffen sollen längerfristig neue Züge und ein neuer Taktfahrplan. Insgesamt haben die ÖBB 67 Railjet-Garnituren für den Fernverkehr bestellt, die alle bestehenden Eurocity-Züge ersetzen und 30.000 neue Sitzplätze schaffen sollen - Kostenpunkt insgesamt knapp eine dreiviertel Milliarde Euro. Die ersten neuen Züge werden Ende 2008 in den Regelverkehr starten, die letzten 2013 ausgeliefert werden.

Bis 2013 soll auch der schon oft angekündigte Taktfahrplan komplett stehen - nach erste Zwischenschritte Ende 2007, 2009 und 2012. Nach der Vollrealisierung wird es laut Wehinger vom bis dahin fertig gestellten neuen Hauptbahnhof Wien weg jede Stunde in jede Richtung einen "Qualitätszug" geben. Zu jeder vollen Stunde soll dann ein Eurocity nach Budapest, Salzburg/München, Innsbruck, Passau oder Graz abfahren, in der "Zwischenlage" zu jeder halben Stunde ein Intercity etwa nach Linz starten, erklärte der ÖBB-Vorstand. Auch der Nahverkehr mit Bahn und Bussen wird an den Takt angepasst. (apa)

4.4.2007 13:47