Freitag, 6. April 2007

"Handbuch für die Welt": Lebenserfahrung statt Welterklärung - Fehlfarben sind zurück!

  • 27 1/2 Jahre und noch immer kein bisschen leise

Fehlfarben waren 2002 mit dem Album "Knietief im Dispo" urplötzlich wieder da. Die Begeisterung über die Rückkehr einer der wichtigsten deutschen Bands der 80er-Jahre zog sich quer durch die gesamte Musikpresse. Mit "Handbuch für die Welt" legen Peter Hein & Co. jetzt das nächste Album nach. Darauf wollen sie keineswegs die Welt erklären, sondern lassen einfach die Lebenserfahrung sprechen.

Die Fehlfarben, 1979 gegründet, schrieben mit ihrem im Jahr darauf erschienen Debütalbum ohne Übertreibung deutsche Musikgeschichte, zählen zu den Gründervätern der Neuen Deutschen Welle (NDW) und schufen mit "Ein Jahr (Es geht voran)" eher ungewollt eine der NDW-Hymnen, die noch heute auf diversen Retro-Partys abgespielt wird. 1981 verließ Hein dann die höchst erfolgreiche Band und sollte erst acht Jahre später wieder zurückkehren.

Das alles ist Geschichte, und die Fehlfarben sind nicht stehen geblieben. Auch 27 1/2 Jahre nach der Gründung wirken die aktuellen Songs keineswegs wie müde Alterswerke. Das neue Material würde normalerweise ebenso gut aufgenommen, wie die Fehlfarben auch in Interviews immer wieder zu bestätigen wissen.

Neben neuen Songs gibt es auf "Handbuch für die Welt" eine Coverversion der US-Garage-Rocker The Monks zu hören. "We Do Wie Du" hätte eigentlich auf einem Monks-Tribute-Album erscheinen sollen, "oder es kommt auch auf das neue Album, wenn wir nicht genügend Material haben", kündigte Hein in einem Interview letztes Jahr an. Der erwähnte Song "Ein Jahr (Es geht voran)" kam 1980 ebenfalls aus diesem Grund noch auf das Debüt und wurde damals ihr größter Hit.

Gute Vorzeichen also, für eine Band, die niemals müde zu werden scheint und auch nach fast drei Jahrzehnten gänzlich unpeinlich daherkommt.

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6.4.2007 12:08
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