Hand in 9-stündiger OP wieder angenäht: Ärzte in AKH Linz schafften fast Unmögliches
- Mann hat sich bei Reitunfall Hand & Finger abgerissen
- Chirurg: Ausrissverletzungen sind größtes Problem
Einem 52-jährigen Oberösterreicher haben Ärzte im AKH Linz in einer neunstündigen Operation die rechte Hand wieder angenäht. Sie war ihm bei einem Reitunfall regelrecht ausgerissen worden. Der Mann befindet sich nun auf der Intensivstation.
Der Mann hatte im Bezirk Gmunden eine Leine um die Hand gewickelt, als sein Pferd scheute und ihn mitriss. Der Reiter blieb bei einem Hindernis stecken, dabei wurde ihm die Hand mit vier Fingern abgerissen. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde er ins AKH geflogen.
Mehrere Mediziner konnten die Hand schließlich unter dem Mikroskop wieder annähen. Zur Rekonstruktion der geschädigten Gefäße wurden auch Transplantate aus dem Unterschenkel verwendet. Die Hand war nach der Operation durchblutet.
Ausrissverletzungen seien das größte Problem der Mikrochirurgen, erklärte der behandelnde Arzt Harald Schöffl. Hier würden nämlich Gefäße und Nerven langstreckig schwerst geschädigt, in weit über 90 Prozent der Fälle sei eine Replantation nicht möglich. Auch wenn diese gelinge, sei die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen nach der Operation bei solchen Fällen sehr hoch. Meistens sind mehrere Folgeeingriffe notwendig, so Schöffl.
(apa/red)
