Probe für den 1. Marsflug: ESA kündigte 500-Tage-Test für bemannte Mission an
- 6 Leute testen Mission unter realen Bedingungen
- Wissenschafter räumte Parallelen zu Reality-TV ein
Die ESA probt den Ernstfall für den ersten bemannten Marsflug: 500 Tage lang sollen sechs Freiweilige unter fast echten Bedingungen eine Mission erproben. Wie die Europäische Raumagentur ankündigte, plant sie den spektakulären Test ab Frühling 2008 zusammen mit russischen Partnern in einer Moskauer Vorstadt. Die freiwilligen Teilnehmer müssen sich dabei in Metalltanks auf 200 Quadratmetern voller High-Tech-Gerätschaften eineinhalb Jahre lang vertragen und eine Reihe psychologischer wie technischer Herausforderungen meistern.
ESA-Forscher Marc Heppener räumte Ähnlichkeiten des Vorhabens zu Reality-TV-Shows ein. Zugleich handele es sich aber um ein "ernsthaftes wissenschaftliches Experiment" und "die einzige Art, wie wir uns richtig für eine Langzeit-Raumflugmission vorbereiten können", erklärte Heppener.
Geplant sind im Rahmen des Tests simulierte Notfälle, doch auch echte Notfälle oder Erkrankungen sind nicht ausgeschlossen. Als zusätzliche Schwierigkeit kommen Verzögerzungen von bis zu 40 Minuten bei der Kommunikation zur "Bodenstation" auf der Erde hinzu. Unter den Testteilnehmern soll sich mindestens ein Arzt befinden, zudem Ingenieure und Wissenschaftler. Das Auswahlverfahren solle im Juni starten. Es ähnele dem für Astronauten, betonte Heppener.
(apa/red)

