Mittwoch, 4. April 2007

Böhler-Übernahme wird wieder spannend: Gerüchte um feindliche Takeover-Pläne!

  • Angeblich russischer Oligarch an Konzern interessiert
  • voestalpine bleibt gelassen: "Unser Angebot steht"

Der Übernahme-Krimi rund um Böhler-Uddeholm ist um eine Facette reicher: Laut Medienberichten soll ein "unbekannter Investor" ein feindliches Gegenoffert mit je 75 Euro je Aktie planen. Bei der voestalpine AG, die eine freundliche Übernahme des Edelstahlherstellers plant, wird dennoch Gelassenheit demonstriert.

Der Unternehmenssprecher der voestalpine AG, Gerhard Kürner, stellt trocken fest: "Unser Angebot steht wie verlautbart". Und: "Allfällige Gerüchte und Dinge, die auftreten, kommentieren wir gar nicht".

Zuvor hatte der "Kurier" von "Marktgerüchten" berichtet, dass es einen "unbekannten Investor" geben soll, der auf einem größeren Paket Böhler-Aktien sitze und ein feindliches Gegenoffert mit 75 Euro je Aktie plane. Das Angebot solle um den 16. April kommen, just an dem Tag, an dem die Übernahmekommission ihr grünes Licht geben soll und das Offert der voestalpine zu laufen beginnt. Der Linzer Stahlkonzern bietet 69 Euro je Böhler-Aktie, allerdings exklusive Dividende. Da diese derzeit bei zwei Euro liegt, macht das Offert 71 Euro aus.

Russischer Oligarch hinter Plänen?
Genannt wird in diesem Zusammenhang auch der russische Oligarch Viktor Vekselberg, der in der Öl- und Aluminiumindustrie ein Vermögen gemacht hat. Vekselberg gilt als Finanzier des Wiener Investmentbankers Ronny Pecik, mit dem er gemeinsam Schweizer Industriebetriebe kaufte. Darunter befindet sich Oerlikon, im Visier ist auch der Maschinenbauer Sulzer. Böhler würde als Lieferant für die Technologie-Industrie gut dazupassen.

Vekselberg, der über ein Vermögen von 16 Mrd. Dollar (12 Mrd. Euro) verfügen soll, hatte wiederholt erklärt, er wolle außerhalb Russlands integrierte Metallkonzerne schaffen. Allerdings habe Vekselberg, der mit Roman Abramowitsch befreundet ist, erklärt, er wolle in Österreich keine feindliche Übernahmen durchführen. Dies wird in Marktkreisen als glaubwürdig eingestuft.

BA-CA-Tochter bestreitet Verwicklung
Als "ausführendes Organ" für ein mögliches Gegenoffert zur voest werde in Bankkreisen immer wieder die zur BA-CA gehörende CA IB genannt, schreibt das Blatt. Die stellt eine Verwicklung in Abrede. Die CA IB hat trotz guter Gewinnaussichten das Kursziel für die Voest auf 54 Euro reduziert.

Wer am 16. März den 30-Prozent-Kurssprung der Böhler-Aktie auslöste, ist weiter ungeklärt. Ausgeführt worden sein soll die Order über 992.000 Aktien unmittelbar vor Handelsschluss indes von der HypoVereinsbank (HVB), der Schwester der BA-CA im UniCredit-Konzern, erklärten Marktteilnehmer.

(apa/red)

4.4.2007 11:30