Dienstag, 3. April 2007

Nach Kürzung der Emissionsrechte für CO2:
voestalpine droht mit Investitionsabzug

  • Jährliche Mehrbelastung von 60 Mio. Euro befürchtet
  • Sprecher: "Die Vorzeichen stehen äußerst ungünstig"

Nach der Kürzung der Emissionsrechte für Kohlendioxid der österreichischen Industrie durch die EU-Kommission hat die voestalpine neuerlich mit dem Abzug von Investitionen aus Österreich gedroht. "Die Vorzeichen stehen äußerst ungünstig", erklärte der Unternehmenssprecher der voestalpine, Gerhard Kürner, angesichts der von Brüssel verordneten Kürzung der CO2-Emissionsrechte.

Wenn sich die Wirtschaftlichkeit nicht darstellen lasse, werde man in Österreich nicht mehr im Umfang wie bisher investieren können.

Die Voest müsste zu der bereits ab 2008 jährlich vorgeschriebenen Senkung im Ausmaß von 1,3 Mio. Tonnen eine weitere von 700.000 Tonnen in Kauf nehmen. Die gesamte, CO2-bedingte finanzielle Belastung würde dann pro Jahr geschätzte 60 Mio. Euro ausmachen, rechnete Kürner vor.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 31. März) hätten die Betriebskosten im Unternehmen - abzüglich der CO2-Zertifikate - bereits 170 Mio. Euro ausgemacht, im laufenden Jahr oder im darauf folgenden werde ein Anstieg auf über 200 Mio. erwartet. Die voestalpine sei jedenfalls bei den umweltfreundlichen Stahlerzeugern in Europa "ganz vorne dabei", betonte Kürner. Er erwartet sich Gespräche mit dem Umweltministerium.

Generaldirektor Wolfgang Eder hatte bereits zu Jahresanfang vor einer Verlagerung von CO2-sensiblen Produktionsbereichen ins Ausland gewarnt. Der börsenotierte Stahlproduzent mit Sitz in Linz ist der größte Kohlendioxid-Emittenten in der österreichischen Industrie.

(apa/red)

3.4.2007 14:14