Schöps-Kette bekommt schon wieder neuen
Eigentümer: Arques übernimmt Mehrheit
- Wie es mit Textilhandelskette weitergeht, ist unklar
Die heimische Modekette Schöps bekommt zum zweiten Mal binnen weniger Monate einen neuen Haupteigentümer. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Arques hat über ihre Österreich-Tochter die Mehrheit an Schöps übernommen. Laut Reuters beteiligt sich Arques mit 51 Prozent der Aktien und 75 Prozent der Stimmrechte an Schöps. Der Kaufpreis liege "unter dem Substanzwert", hieß es.
Der aktuelle Schöps-Eigentümer Luxemburger Private Holdings of Investments (PHI) bleibt den Angaben zufolge weiter an der österreichischen Textilkette beteiligt. In den Vorstand einziehen werden Arques-Manager Wolfgang Neubert als Vorsitzender sowie die italienische Einzelhandelsexpertin Cristina Romagnoli, die schon bisher als Beraterin für Schöps tätig war.
Schöps soll sich nun wieder als hochwertiger Designer-Anbieter positionieren. Wie Arques mitteilte, hat Schöps 2006 mit rund 800 Mitarbeitern einen Umsatz von 70 Mio. Euro verbucht.
Arques Industries mit Sitz in Starnberg ist auf den Kauf angeschlagener Firmen spezialisiert. In der Regel werden die Beteiligungen drei bis fünf Jahre gehalten und nach der Sanierung wieder abgestoßen. Zum aktuellen Portfolio gehört etwa die Nachrichtenagentur ddp. Schöps ist die vierte Akquisition von Arques in diesem Jahr und die dritte Beteiligung im Einzelhandel. 18 Beteiligungen sollen es insgesamt Ende Dezember sein.
Arques hat laut Reuters für Mittwoch bereits eine weitere Übernahme angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 13 Firmen für insgesamt gut neun Mio. Euro erworben. In Österreich sind die Starnberger seit Herbst 2006 vertreten.
Die an der Börse im Kleinwerte-Index SDax notierten Aktien der Beteiligungsgesellschaft stiegen zu Wochenbeginn um mehr als zwei Prozent auf 18,59 Euro.
Der bereits 1913 gegründete Modebetrieb war vor viereinhalb Jahren an den italienischen Industriellen Piofrancesco Borghetti verkauft worden. Erst Ende 2006 übernahm dann die Luxemburger Private Holdings of Investments (PHI) die Mehrheits-Anteile der in Besitz von Borghetti stehenden Düsseldorfer Marbert Holding an der Wiener Zwischengesellschaft Fashion Holding, die Luxemburger hielten damit 87,1 Prozent der Stimmrechte an der angeschlagenen Modekette.
Schöps geht von Hand zu Hand
Die Luxemburger Eigentümer wollten Schöps weg vom Image einer billigen Kette bringen und auf diese Weise wieder Gewinne erzielen. Die Waren sollten nach der Imagekorrektur "elitärer" und künftig teurer verkauft werden. "Lifestyle-Fashion für die Frau" lautete das neue Motto, geplant waren 10 Kollektionen pro Jahr. Dafür wurde der italienische Fashion-Coordinator Stefano Valori engagiert, der zuletzt auch Produkte für Versace und Alessandro dell'Acqua entworfen hat. Kleidung für Herren und Kleinkinder wurde nicht mehr angeboten. Für den Austausch der Kollektion und für Umbauarbeiten in den Filialen wurden im Februar 85 der österreichweit 122 Filialen für vier Tage zugesperrt. Definitiv geschlossen werden sollten im Laufe des heurigen Jahres 10 bis 12 Filialen.
Ursprünglich hatte Schöps österreichische Eigentümer: 1954 übernahm Leopold Böhm die Firma seines Onkels Richard Schöps und expandierte im ganzen Land. Schwer verschuldet wurde die Kette 1989 mit damals 90 Standorten an den deutschen Investor Thomas Matzen verkauft.
Textil-Kette schrieb 2005 wieder schwarze Zahlen
Schöps hatte 2005 nach mehreren Verlustjahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Nach einem Jahresverlust 2004 in Höhe von 3,8 Mio. Euro wurde 2005 wieder ein Jahresgewinn von 690.000 Euro erzielt. Das Betriebsergebnis des Textilhändlers lag 2005 bei 1,1 Mio. Euro nach einem Minus von 3,4 Mio. Euro. Das Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) des Berichtsjahres 2005 war mit 668.040 Euro ebenfalls wieder positiv (2004: minus 3,8 Mio. Euro). Die Umsätze erhöhten sich 2005 geringfügig um 0,6 Prozent auf 76,1 Mio. Euro erhöht. Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 liegen noch nicht vor.
Schöps beschäftigt letzten Angaben zufolge 850 Mitarbeiter, 99 Prozent davon Frauen.
(apa/red)

