Borussia vor Explosion: Dortmund kämpft
um sportliches und finanzielles Überleben
- Bei Abstieg droht ein Verlust von 25 Millionen Euro
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Nur eine Saison nach dem Ende der Sanierungsphase kämpft Traditionsklub Borussia Dortmund um den Bundesliga-Verbleib. Fünf Jahre nach Gewinn der Meisterschaft droht dem BVB dabei neben dem sportlichen Absturz auch wieder der finanzielle. Übereinstimmenden Medienberichten zu Folge würde den mit mehr als 40 Millionen Euro verschuldeten Dortmundern der Gang in die 2. Liga weitere 25 Millionen Euro kosten.
Dieser Betrag setze sich aus den um die Hälfte reduzierten Fernsehgeldern (minus zehn Millionen Euro), Kürzungen der Sponsorengelder um rund elf Millionen Euro und weiteren fünf Millionen Euro Mindereinnahmen beim Ticketverkauf zusammen. Das berichteten der "kicker" und die "Ruhr-Nachrichten". "Ich bin mir absolut sicher, dass wir trotzdem eine Lizenz erhalten und ein Team stellen können, das allen Ansprüchen genügen würde", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Bei 25 Millionen Euro weniger auf dem Konto werden bei den Sparmaßnahmen auch die Gehälter der Profis nicht ausgeklammert. Der Spieleretat soll von 26 auf 15 Millionen Euro gekürzt werden. Die meisten Stammspieler dürften nur schwer zu halten sein, wer bei einem Abstieg bleibt, ist ungewiss. Watzke betonte, dass die Hälfte des Kaders einen Vertrag für die 2. Liga hat, räumte aber auch ein: "Es gibt bei uns unterschiedliche Vertragsmodelle."
Straftraining für Profis mit den Amateuren
Auf die indiskutable Vorstellung seiner Mannschaft beim 0:1 gegen Arminia Bielefeld hatte der vor zwei Wochen als Retter engagierte Trainer Thomas Doll mit Härte reagiert. Nach einer Videoanalyse verbannte er Lars Ricken und Florian Kringe aus dem Kader, beide Spieler sollen bis auf weiteres bei den Amateuren in der Regionalliga trainieren.
Zudem strich Doll allen Profis den freien Montag und beorderte die Spieler - auch Ricken und Kringe - zum individuellen Laktattest. Sportdirektor Michael Zorc stellte unverblümt fest: "Mit dieser Einstellung gehen wie sehenden Auges in die 2. Liga. Das ist eine Mentalitätsfrage, und diese Mentalität ist bei uns Scheiße."
(apa/red)
