Bayern träumt schon vom CL-Semifinale: Euphorie nach glücklichem Remis in Mailand
- Dank Last Minute-Tor in die Favoritenrolle geschlüpft
- Milan selbstbewusst: "Können in München gewinnen"
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Dank eines Last-Minute-Remis in Mailand hat Bayern München die Chance gewahrt, dass die schwarze Europacup-Serie gegen Angstgegner AC Milan endlich reißen wird. Nach dem glücklichen 2:2 feierte der deutsche Rekordmeister vor allem den zweifachen Torschützen Daniel van Buyten und den starken Kahn-Vertreter Michael Rensing. Jedoch gab man sich auch bei Milan trotz der unangenehmen Ausgangslage kämpferisch.
Nach dem Happy End in Minute 93 herrschte bei den Münchnern der unerschütterliche Glaube an den ersten Einzug ins Champions-League-Halbfinale seit dem Titelgewinn 2001. "Natürlich sind wir jetzt Favorit. Nach einem 2:2 sind die Chancen größer als 50 Prozent. Wenn wir jetzt nicht die besseren Karten haben, wann dann?", erklärte Manager Uli Hoeneß.
Trainer Ottmar Hitzfeld bezifferte die Erfolgschancen mit "vielleicht 55:45". Auch der neue "Torjäger" Van Buyten, der im Sommer um zehn Millionen Euro vom HSV geholt worden war, dachte schon über die Runde der letzten Acht hinaus. "Ich hoffe, dass wir diese geile Geschichte weitermachen können", sagte der Belgier. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge warnte jedoch: "Wir sollten nicht den Fehler machen und euphorisch glauben, wir haben es schon geschafft."
Mit Kahn und Van Bommel im Rückspiel
Ohne die gesperrten Führungsspieler Oliver Kahn und Mark van Bommel, die in München wieder zum Einsatz kommen werden, kamen die Bayern erst in Fahrt, als der Milan-Elf im Finish die Kraft ausging. "Nesta, Maldini und Gattuso haben am Ende nur noch gepumpt und gehofft, dass der Schiedsrichter abpfeift", bemerkte Hitzfeld.
Bei den Mailändern gab man sich trotz der unangenehmen Ausgangslage siegessicher. "Dieser FC Bayern hat kein gutes Spiel abgeliefert. Diesen FC Bayern kann man auch in München schlagen", meinte Superstar Kaka, der per umstrittenen Foul-Elfmeter die 2:1-Führung der "Rossoneri" erzielt hatte. Italiens Weltmeister Alessandro Nesta pflichtete dem Brasilianer bei: "Sie sind keine besonderen Spieler - oder anders gesagt: Sie sind nicht besser als wir."
Italienische Presse vernichtet Dida
Für den sechsfachen Titelträger in Meistercup und Champions League offenbart sich vor dem Rückspiel in München jedoch ein Problem in der Offensive. Neben dem nicht spielberechtigten Ronaldo muss Milan auch den zweitbesten Angreifer Alberto Gilardino wegen einer Gelb-Sperre ersetzen.
In Italiens Medien stand hingegen weniger die Leistung der Deutschen, sondern Milan-Torhüter Dida im Mittelpunkt. "Bayern klopft an und Dida öffnet das Tor", kritisierte die "Gazzetta dello Sport" den Brasilianer, dem vor allem das späte 2:2 angelastet wurde: "Ein Schock-Finale - Milan ruiniert den Schatz von Pirlo und Kaka", schrieb das Sportblatt.
Liverpool darf bereits mit Semifinale planen
Als eine Nummer zu groß hat sich eine in Hochform spielende Liverpool-Elf für PSV Eindhoven im Viertelfinal-Hinspiel erwiesen. Nach einem 3:0 in den Niederlanden darf der Sieger von 2005 bereits mit dem Halbfinale planen, in dem die "Reds" entweder auf Valencia oder Liga-Konkurrent Chelsea treffen werden.
In einer einseitigen Partie sorgten Tore von Steven Gerrard (27.), John Arne Riise (49.) und Peter Crouch (63.) gegen eine schwache PSV-Elf für klare Verhältnisse. "Super Reds zerstören bemitleidenswertes Eindhoven", meinte der "Daily Mirror". Der "Guardian" feierte Kapitän Gerrard, der mit seinem 15. Europacup-Treffer Liverpools Legende Ian Rush als Rekordtorschütze ablöste: "Gerrard köpfelt unbarmherzige Reds ins Semifinale."
Fast wie eine Drohung an die Konkurrenz klang da schon Coach Rafael Benitez, der sein derzeitiges Team über das Champions-League-Siegerteam von vor zwei Jahren stellte. "Diese Mannschaft ist besser als die damalige", meinte der Spanier, der die Favoritenrolle allerdings nicht akzeptieren wollte. "Es ist ein anderes Jahr, eine andere Herausforderung."
Bei den Niederländern, die in der ersten K.o-Runde immerhin Arsenal aus dem Bewerb verabschiedeten, machte sich nach der empfindlichen Heimschlappe naturgemäß Resignation breit. "Wir haben unsere Anwärterschaft auf das Semifinale verloren", meinte Phillip Cocu.
Trainer Ronald Koeman trauerte vor allem den verletzungsbedingten Ausfällen von Abwehr-Boss Alex und Stürmer Arouna Kone nach. "Gegen Arsenal stand unser stärkstes Team auf dem Platz, und wir hatten auch etwas Glück. Aber heute wurden wir für jeden unserer Fehler schwer bestraft", meinte der langjährige Teamverteidiger nach dem Spiel.
(apa/red)
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