Schadenersatzklage gegen GAK: Für Rapid, Austria und Mattersburg "überlegenswert"
- Klubs befürchten Ausschluss aus dem Europacup
- Edlinger: "Scherbaum dreht die Schuldfrage um"
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MITREDEN: Ihre Meinung zur österreichischen Liga
Abwartend, aber nicht ablehnend haben die Verantwortlichen der österreichischen Fußball-Bundesligisten SV Mattersburg, FK Austria Magna und SK Rapid gegenüber der APA auf den Vorschlag von SV-Ried-Ehrenpräsident Peter Vogl reagiert. Der Rechtsberater des Tabellen-Dritten aus dem Innviertel hatte angekündigt, den durch die GAK-Insolvenz entstandenen finanziellen Schaden im Rahmen einer Klage von den Grazern einzufordern.
Befürchtet wird unter anderem, dass die UEFA auf Anraten des Weltverbandes FIFA die ÖFB-Klubs vom Europacup ausschließt. Dieses Szenario könnte eintreten, wenn der von der FIFA auferlegte Sechs-Punkte-Abzug in der Causa Kimoni nicht exekutiert wird. Den Klubs würden dadurch Verdienste in Millionenhöhe entgehen. Nach einer ersten überschlagsmäßigen Rechnung bezifferte Vogl den Schaden aus den Vorkommnissen um den GAK mit einer "keinesfalls zu hoch gegriffen" Summe von 15 Mio. Euro.
Mattersburg-Präsident Martin Pucher, in seiner Doppel-Funktion auch Präsident der Bundesliga, ließ derzeit noch alle Möglichkeiten offen. "Wir sind in beratender Phase und klären die Situation mit unseren Anwälten ab", meinte der Burgenländer, der mit dem Tabellenzweiten derzeit auf einem sicheren UEFA-Cup-Startplatz steht. Der Vorschlag von Vogl hätte "etwas an sich", eine Entscheidung werde jedoch erst nach gründlicher Beratung fallen.
Austria: Vorschlag "absolut überlegenswert"
Für Austria-Manager Markus Kraetschmer ist Vorschlag Vogls "absolut überlegenswert", auch wenn man zum jetzigen Zeitpunkt nicht unmittelbar davon betroffen wäre und sich deshalb noch nicht intensiv damit befasst hätte. "Wenn wir uns jedoch sportlich für den Europacup qualifizieren, dann werden wir uns sehr wohl damit auseinander setzen", meinte Kraetschmer, der von einem "Worst-Case-Szenario" bei einer möglichen FIFA-Sperre für die österreichischen Klubs sprach. Man müsse die kommenden Tage abwarten.
Auch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hielt die Absichten des Rekordmeisters bedeckt: "Wir werden sehen, was an dem von Herrn Vogl genannten Vorschlag dran ist." Sollte das Szenario auch auf Rapid zutreffen, so werde man mögliche Konsequenzen überlegen. Fakt sei, dass Sponsoren von der "Causa GAK" abgeschreckt würden. "Ich bin selbst in Verhandlungen mit drei potenziellen Sponsoren und was soll ich sagen: Wir treten auf der Stelle", meinte Edlinger.
Edlinger: "GAK Täter, nicht Opfer"
Die FIFA lasse sich eben nicht erpressen, den Interessen Österreichs wäre mit der Einstweiligen Verfügung gegen den Sechs-Punkte-Abzug sicher nicht gedient. Dem für den GAK zuständigen Masseverwalter Norbert Scherbaum gehe es laut Edlinger darum, die Schuldfrage umzudrehen. Der GAK wäre jedoch der Täter, nicht das Opfer.
Die FIFA hat jedenfalls angekündigt, mit dem in dieser Sache "federführenden" ÖFB in engem Kontakt zu stehen. "Wir gehen davon aus, dass der ÖFB alle Schritte und Maßnahmen unternehmen wird, die sich im Einklang mit den FIFA-Statuten in dieser Angelegenheit als notwendig erweisen", hatte FIFA-Kommunikationschef Andreas Herren erklärt. (apa/red)
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