Pasching wandert nach Kärnten aus: Haider macht Klub-Präsident schriftliches Angebot
- Fusion auf Schiene: Projekt "FC Kärnten neu" läuft an
- FCK-Boss: "Uns könnte nichts Besseres passieren"

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Die vom Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider angestrebte Fusion zwischen dem FC Superfund Pasching und dem FC Kelag Kärnten zum "FC Kärnten neu" scheint langsam Gestalt anzunehmen. Haider erklärte, er werde Pasching-Präsident Franz Grad "ein schriftliches Angebot machen". Grad werde mit diesem Schreiben dann eine Generalversammlung seines Klubs einberufen. Auch FCK-Obmann Josef Steindorfer hat sich unterdessen für eine Fusion ausgesprochen.
Er habe mit Grad ein Telefonat geführt, sagte Haider, dieser habe ihn ersucht, das Interesse für eine Fusion der beiden Klubs schriftlich niederzulegen. "Wir stehen beide zu der getroffenen Vereinbarung", versicherte der Landeshauptmann. Der FC Pasching werde nun so rasch wie möglich eine Generalversammlung abhalten, bei der die notwendigen Beschlüsse gefasst werden sollen.
Man rechne damit, dass die ganze Angelegenheit bis Anfang Mai unter Dach und Fach sein werde, so Haider weiter.
Kärnten-Obmann: "Uns könnte nichts Besseres passieren"
Nun hat sich auch FCK-Obmann Josef Steindorfer für ein Zusammengehen der beiden Vereine ausgesprochen. "Ich bin der Meinung, dass uns nichts Besseres passieren könnte", sagte Steindorfer in einer Radiodiskussion des ORF Kärnten.
Budget mit sechs Millionen Euro
Sollte der Zusammenschluss gelingen, könnte der "FC Kärnten neu" ab Herbst in der Bundesliga spielen. Das dafür notwendige Budget bezifferte Haider mit "fünf bis sechs Millionen Euro". Er sei zuversichtlich, diese Summe aufbringen zu können. So sei Hauptsponsor Kelag vertraglich verpflichtet, die derzeitige Summe zu verdoppeln, wenn der FCK wieder in der obersten Liga spiele. Gespräche gebe es auch mit anderen möglichen Geldgebern.
Ob der Hedge-Fond-Anbieter Superfund, der ja Pasching finanziell unterstützt, auch beim neuen Klub als Sponsor auftreten wird, könne er noch nicht sagen. "Wir werden aber auf jeden Fall Gespräche führen." Jedenfalls werde kein Steuergeld fließen, versprach der Landeshauptmann: "Ich will kein öffentliches Geld in diese Transaktion stecken."
Grad relativierte Haider-Aussagen
Während der Kärntner Landeshauptmann Haider schon gemeint hatte, dass man sich mit dem FC Superfund Pasching "einig" wäre, gab es aus Oberösterreich nicht so euphorische Meldungen. "Mehr als dass Kärnten will und wir zu Verhandlungen bereit sind, ist nicht", meinte Pasching-Präsident Franz Grad gegenüber ORF Radio Oberösterreich. "Es gibt derzeit nicht einmal Gespräche, wir sind von der Situation überholt worden", so Grad.
Selbst wenn auch in Kärnten alle Dinge geklärt seien, müsse man der Vorschlag immer noch in einer Generalversammlung abgesegnet werden.
Wenn es nicht zu einer Einigung mit Kärnten komme, werde Grad am Fahrplan festhalten - und aus der Bundesliga "zur jetzigen Situation" aussteigen. Pasching sieht Grad in diesem Fall dann in der Landesliga, um auch mit den Jugendlichen weiterarbeiten zu können.
Im ORF-TV-Kurzsport äußerte sich auch der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer zur Causa, er würde den Klub gerne in Oberösterreich behalten. "Dann hätten wir drei Spitzenklubs in der T-mobile-Bundesliga und wir hätten quasi eine permanente Derbysituation. Das macht es interessanter."
(apa/red)
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