Samstag, 7. April 2007

Claudia Heill holt Bronze bei Judo-EM:
Zweite Medaille für Österreich in Belgrad

  • Wienerin hält nun schon bei fünf EM-Medaillen
  • PLUS: Auch Filzmoser holt in Belgrad EM-Bronze

Judoka Claudia Heill hat ihre Leistung bei den Europameisterschaften in Belgrad mit einer Bronzemedaille in der Klasse bis 63 kg gekrönt. Die Wienerin besiegte am Karsamstag im Kampf um Bronze Titelverteidigerin Sarah Clark aus Großbritannien und holte sich damit ihre bereits fünfte EM-Medaille.

Im Anschluss sprach Heill von ihrer "schönsten Medaille bei einer EM, weil ich nach meiner Verletzung nicht gewusst habe, ob ich nochmal ganz an die Spitze kommen werde." Die 25-jährige Heill, die nach Kreuzbandoperationen an beiden Knien im Oktober 2005 fast ein ganzes Jahr pausieren musste und im vergangenen September mit dem Militär-WM-Titel ein erfolgreiches Comeback gefeiert hatte, war mit drei Vorkampfsiegen im Kampf um den Einzug ins Finale der Weltmeisterin von 2005, Lucie Decosse aus Frankreich, unterlegen.

"Decosse war heute einfach zu stark. Ich bin einfach nicht richtig zum Griff gekommen", meinte die Olympia-Silbermedaillengewinnerin von 2004. Im Bronze-Kampf gegen die Europameisterin von 2006, in dem sie 44 Sekunden vor Schluss mit einer Yuko-Wertung die Entscheidung herbeigeführt hatte, war Heill aber nicht zu bezwingen. "Je länger der Kampf gedauert hat, desto sicherer war ich, dass ich den Kampf gewinnen werde. Ich hatte heute keinerlei Schmerzen im Knie und auch konditionell war ich in ausgezeichneter Verfassung", zeigte sich die frisch gebackene EM-Dritte zufrieden.

Trainer Hubert Rohrauer war eigentlich schon nach Heills starker Vorstellung in den Vorkämpfen, die einen Top-Fünf-Platz bedeutet hatten, zufrieden. Heill begnügte sich damit aber nicht: "Ich wollte unbedingt eine Medaille."

"Super, dass ich gleich beim ersten großen Turnier, das zur Olympia-Qualifikation zählt eine Medaille gemacht habe", betonte die Heeressportlerin und meinte weiter, dass "ich nun aber auch bei der WM in Rio de Janeiro im September eine Medaille holen möchte". Bei Weltmeisterschaften ist ein fünfter Platz 2001 in München Heills bisher bestes Resultat. Die ersten Fünf jeder Gewichtsklasse der WM holen einen Olympia-Quotenplatz für ihr Land, weiters fahren die Top-Fünf der bereinigten Europaranglisten 2008 nach Peking.

Stangl unterliegt in Hoffnungsrunde
Christoph Stangl (Klasse -73 kg) aus Oberösterreich, der mit zwei Vorrundensiegen überrascht hatte, schaffte es zwar in die Hoffnungsrunde, unterlag dort dem Olympia-Fünften Victor Bivol (Moldawien) jedoch mit einer Waza-ari-Wertung.

Florian Rinnerthaler hatte sich schon früh von der EM verabschiedet. Der Salzburger (Klasse bis 81 kg) besiegte zwar in der ersten Runde den Montenegriner Srdan Mrvalijevic nach nur 14 Sekunden Kampfzeit mit Ippon. Im zweiten Kampf gegen Mehman Azizow war Rinnerthaler aber chancenlos und schied damit aus.

(apa/red)

7.4.2007 17:51