Riesen-Erfolg bei der Judo-EM in Belgrad: Sabrina Filzmoser gewann Bronze-Medaille
- Ukrainerin Anna Nikitina nach 2:53 Minuten besiegt
- Übrige Österreicher enttäuschten am Karfreitag
Judoka Sabrina Filzmoser hat ihre Medaillensammlung bei den Europameisterschaften in Belgrad erweitert. Die 26-Jährige hält nun bereits bei fünf Bronzemedaillen, eine bei der WM und vier bei Kontinentaltitelkämpfen. Am Karfreitag setzte sich die Athletin des Leistungszentrums Wels im Kampf um EM-Bronze gegen die Ukrainerin Anna Nikitina nach 2:53 Minuten mit Festhaltegriff durch. Die weiteren drei Österreicher, die am Auftakttag kämpften, klassierten sich nicht.
Filzmoser lag nach zwei erfolgreich absolvierten Kämpfen gegen Dursadaf Kerimowa (GEO) und Valentina Aloisi (ITA) auf Final-Kurs, sie musste sich dann aber Kifajat Gasimowa aus Aserbaidschan durch eine Waza-ari-Wertung geschlagen geben ("Habe mich überraschen lassen) und in der Trostrunde noch auf eine Bronzemedaille hoffen. Dort feierte sie dann Siege gegen die Schwedin Maria Lindberg (Waza-ari) und die Niederländerin Deborah Gravenstijn (Festhaltegriff) und setzte sich schließlich im entscheidenden Medaillenkampf gegen Nikitina durch.
"Das ist meine dritte EM-Bronzemedaille en suite, anders als im Vorjahr bin ich heuer sehr zufrieden und freue mich irrsinnig darüber. Ich bin auf dem richtigen Weg, gehe in die richtige Richtung", sagte die ehemalige Weltranglistenerste. "Über die Trostrunde ist es schwieriger, eine Medaille zu gewinnen als auf dem direkten Weg. Ein Wahnsinn, dass man jetzt in unserer Gewichtklasse schon fünf Siege braucht, um eine Medaille zu bekommen", sagte Filzmoser.
Übrige Österreicher enttäuschen
Vom schlechten Abschneiden ihrer Teamkollegen hat sie nichts mitbekommen. "Zum Glück nicht. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und es geht mir nahe, wenn die anderen verlieren. Aber ich habe mich nur auf mich konzentriert heute."
Ludwig Paischer und Andreas Mitterfellner, die beide im Vorjahr in Tampere EM-Bronze geholt hatten, scheiterten frühzeitig. Der Salzburger Paischer unterlag in der Klasse bis 60 kg nach einem ungefährdeten Sieg gegen den Zyprioten Andreas Krassas in der zweiten Runde dem Georgier Nestor Khergiani in der Verlängerung ("Golden Score") durch eine Koka-Wertung. Mitterfellner (bis 66 kg) musste sich im ersten Kampf dem Griechen Tariel Zidiridis durch eine Ippon-Wertung geschlagen geben.
"Ich bin nicht so enttäuscht, weil ich im Kopf viel besser gefühlt habe als zuletzt beim Weltcup in Hamburg, das Judogefühl ist zurück. Aber ich habe zehn Tage wegen einer Grippe nicht trainieren können und das hat mir heute gefehlt. Und gegen den Olympiazweiten kann man schon einmal verlieren. Das Ziel für heuer ist die WM", erklärte Paischer, der bisher eine durchwachsene Saison erlebt.
Fabiane Hukuda-Strubreiter feierte bei ihrem EM-Debüt zwar einen Erfolg zum Auftakt gegen die Bosnierin Dijana Vrhovac, unterlag dann aber in der zweiten Runde der Türkin Aynur Samat.
Steckbrief von Sabrina Filzmoser
SABRINA FILZMOSER (26 Jahre), Gewichtsklasse bis 57 kg
Geboren: 12. Juni 1980
Wohnort: Wels
Größe/Gewicht: 1,73 m/57 kg
Familienstand: ledig
Verein: JZ Multikraft Wels
Beruf: Heeressportlerin
Hobbys: Bergsteigen, Mountainbiken, Snowboarden, Skitouren
Glücksbringer: Sydney-Olympiakappe mit Autogramm von Lance Armstrong
Homepage: www.sabrina.filzmoser.at
Größte Erfolge:
WM: Bronze Kairo 2005
EM: Jeweils Bronze Belgrad 2007, Tampere 2006, Rotterdam 2005 und Düsseldorf 2003
Nachwuchsklasse: U-20-Gold 1998 (-52 kg), U-20-Silber 1999 (-52 kg)
Weltcup-Turniere:
* Siege Paris und Hamburg 2006 sowie Leonding und Sofia 2005
* Zweite Plätze Hamburg und Leonding 2003, Hamburg 2005
* Dritte Plätze Wien und Hamburg 2007, Paris 2002
Weiters:
* Fünffache Militär-Weltmeisterin (2001, 2002, 2004, 2005, 2006)
* Achtfache österreichische Staatsmeisterin
* Weltranglisten-Erste (erstmals März 2006), derzeit Dritte
(apa)
