Wasserknappheit im Westen der USA: Ab 1. Mai ist Rasengießen per Strafe verboten!
- Schwierige Entscheidung bei Wasserverteilung droht
- Kalifornien baut bereits an Mega-Wasserreservoire
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Grünen Gärten in dem kalifornischen Küstenort Santa Cruz wird der Wasserhahn abgedreht. Ab dem 1. Mai dürfen Rasenflächen und Blumenbeete tagsüber nicht mehr bewässert werden. Verstöße werden mit Strafzetteln über 60 Dollar (45 Euro) geahndet. Damit ordnen die Stadtväter des 55.000 Einwohner zählenden Surferparadieses erstmals seit 15 Jahren wassersparende Maßnahmen an. Andere Gemeinden im trockenen Westen der USA dürften diesem Beispiel bald folgen.
Nach einem der regenärmsten Winter in Kalifornien schlagen die Behörden Alarm. Die Einwohner von Los Angeles haben die trockensten Wintermonate seit mehr als 100 Jahren hinter sich. In dem gewöhnlich tief verschneiten Sierra Nevada-Gebirge wurde die niedrigste Schneedecke seit zwei Jahrzehnten gemessen. Und die Reservoire entlang des Colorado-Rivers, der sieben westliche Bundesstaaten mit Wasser versorgt, sind nur noch halb gefüllt.
Neue perfekte Dürre?
"Ich mache mir Sorgen, dass all diese Faktoren zusammen eine neue perfekte Dürre bewirken", warnte der Klimatologe Glen MacDonald in der "Los Angeles Times". Sorgen machen sich nach den ausbleibenden Regenfällen auch die Feuerwehrleute, die in den vergangenen Monaten ungewöhnlich viele Buschbrände löschen mussten, lange vor dem offiziellen Auftakt der Brandsaison am Ende eines trockenen Sommers. Wissenschafter zeichnen ein düsteres Bild für den Südwesten der USA, ähnlich den großen Dürren der dreißiger und fünfziger Jahre.
Schwierige Entscheidung bei Wasserverteilung
Eine im Fachjournal "Science" veröffentlichte Studie sagt als Folge der globalen Erwärmung eine langfristig anhaltende Trockenheit für die Region ab dem Jahr 2050 voraus. Die Anfänge des bedrohlichen Klimatrends seien in vielen westlichen US-Bundesstaaten schon seit 2000 spürbar. "Dies wird zu schwierigen Entscheidungen bei der Wasserverteilung führen. Wird es den Städten oder der Landwirtschaft zugeteilt?", wird der Klimatologe Richard Seager von der "Times" zitiert.
Das Tauziehen um die knappen Wasserreserven hat längst begonnen. Im Februar zog der Bundesstaat Montana vor den Obersten Gerichtshof, mit dem Vorwurf, der Nachbarstaat Wyoming würde zu viel Wasser aus zwei Flüssen abschöpfen. Farmer und Umweltschützer attackieren Pläne für den Bau einer großen Pipeline, die Grundwasser aus dem nördlichen Nevada in die durstige Wüstenstadt Las Vegas bringen soll. Sie prophezeien eine ökologische Katastrophe, ähnlich wie vor knapp 100 Jahren, als Los Angeles durch den Bau eines der längsten Aquädukte der Welt das fruchtbare Owens Valley buchstäblich verdursten ließ.
Kalifornien baut Mega-Wasserreservoire
Gouverneur Arnold Schwarzenegger macht sich in Kalifornien für Anleihen im Wert von über vier Milliarden Dollar (gut drei Milliarden Euro) stark. Damit soll der Bau riesiger Wasserreservoire finanziert werden.
Wie in früheren Dürrejahren müssen die Westküstenbewohner mit strengeren Wasserrationierungen rechnen. In den Siebzigern durften die Swimmingpools einen ganzen Sommer lang nicht mehr gefüllt werden. Autowaschen war vielerorts verboten. Die städtischen Springbrunnen versiegten und das sonst selbstverständliche Glas Wasser in Restaurants und Cafes wurde nur auf Nachfrage gefüllt.
Vom Abschalten der Rasensprenger versprechen sich die Stadtväter von Santa Cruz eine fünfprozentige Senkung des Wasserbrauchs. Nur ein Tropfen auf den heißen Stein, räumen sie ein. Aber das erste Verbot des Jahres könnte die Verbraucher zum freiwilligen Wassersparen animieren. (apa/red)
