Begag von Sarkozy angeblich als 'Dreck-
sack' beschimpft: Schrieb jetzt Buch darüber
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Frankreichs zurückgetretener Minister für Chancengleichheit, Azouz Begag (UMP), der sich von seinem Parteichef und früheren Regierungskollegen Nicolas Sarkozy losgesagt hat, rechnet jetzt mit dem bürgerlich-konservativen Präsidentschaftskandidaten öffentlich ab. In einem im Voraus in Auszügen veröffentlichten Buch berichtete der 49-jährige Politiker algerischer Abstammung unter anderem über ein Telefonat mit Sarkozy. Dabei beschimpfte ihn der UMP-Chef, nachdem Begag auf Distanz zu seiner Politik gegangen war: "Du bist ein Drecksack, ein unloyaler, ein Vollidiot! Ich werde Dir die Fresse einschlagen." Sarkozys Schimpf-Kanonade sei "so unglaublich" gewesen, dass er sie unverzüglich aufgeschrieben habe.
Staatspräsident Jacques Chirac nahm das Rücktrittsgesuch Begags, der jetzt die Präsidentschaftskandidatur des Zentrumsdemokraten Francois Bayrou unterstützt, an. Begag war während der Vorstadt-Unruhen im Herbst 2005 mit dem Innenminister Sarkozy aneinander geraten. Damals hatte Begag unter anderem Sarkozys "kriegerische" Wortwahl kritisiert. Auch in der Einwanderungspolitik vertreten beide völlig unterschiedliche Ansichten. Zuletzt wies Begag Sarkozys Wahlkampfvorstoß zurück, ein "Ministerium der Einwanderung und nationalen Identität" zu schaffen. Dies sei eine "unanständige Vermengung", mit der Sarkozy versuche, "versprengte Lämmer" in der rechtsextremen Wählerschaft um sich zu sammeln.
Begags Buch soll kommende Woche erscheinen. Sein Titel "Un mouton dans la baignoire" ("Ein Schaf in der Badewanne") ist eine Anspielung auf Sarkozy, der in der Debatte um Einwanderung unter anderem das angebliche Schlachten von Schafen in den Wohnungen gläubiger Muslime kritisiert hatte. Den einstigen Innenminister bezeichnet Begag in einem Wortspiel auf Französisch als seinen "Feind im Innern".
(apa/red)
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