Samstag, 7. April 2007

Noch keine Spur von "Rien ne va plus": Offenes Rennen um Frankreichs Präsidenten

  • Jeder zweite Wähler hat sich noch nicht entschieden
  • Sarkozy schart prominente Unterstützer um sich

Der Ausgang der französischen Präsidentenwahl ist gut zwei Wochen vor dem ersten Durchgang offen. Nach dem Ergebnis einer Umfrage des Instituts CSA-Cisco liegt der Chef der bürgerlich-konservativen Mehrheitspartei UMP Sarkozy mit 26 Prozent der Wahlabsichten vor der Sozialistin Royal (PS) mit 23,5 und dem Zentrumspolitiker Bayrou (UDF) mit 21 Prozent.

Das Institut Ipsos-Dell sieht Sarkozy bei 31 Prozent, Royal bei 24 und Bayrou bei 18,5 Prozent. Doch fast jeder zweite Wähler hat sich noch nicht entschieden, und jeder zehnte Entschiedene gibt keine Auskunft über sein geplantes Votum. Der Chef der rechtsextremen "Nationalen Front" (FN), Le Pen (78), ist mit seiner Forderung "Null Einwanderung" laut CSA-Umfrage inzwischen in der Wählergunst auf 16 Prozent gestiegen.

Bei der Präsidentenwahl 2002 hatte Le Pen ein politisches Beben ausgelöst, als er mit 16,86 Prozent völlig überraschend den sozialistischen Kandidaten und Premierminister Jospin aus dem Rennen warf und in die Stichwahl gegen Präsident Chirac (UMP) kam. Auch jetzt scheint offen, wer den Sprung in die Stichwahl am 6. Mai schafft. Der erste Wahlgang findet am 22. April statt; insgesamt zwölf Kandidaten sind zugelassen. Mitarbeiter des Rechtsnationalisten und früheren UDF-Politikers De Villiers sollen inzwischen Geheimgespräche mit Le Pens FN über eine Zusammenarbeit geführt haben.

Die chancenreichsten Kandidaten versuchen, möglichst viele prominente Unterstützer um sich zu sammeln. Sarkozy erhielt Hilfe von der First Lady Bernadette Chirac. Der Minister für Chancengleichheit, Begag (UMP), trat von seinem Amt zurück, um Bayrou zu unterstützen.

(apa/red)

7.4.2007 16:13