Nach Monaten des Schweigens: ETA zu weiteren Schritten in Richtung Frieden bereit
- Spanien solle aber "Angriffe" im Baskenland stoppen
- Mehrheit der Basken will keine Unabhängigkeit
Die baskische Untergrundorganisation ETA will nach eigenen Angaben den Friedensprozess wieder beleben. Die Gruppe meldete sich über die baskische Zeitung "Gara" erstmals seit Jänner wieder öffentlich zu Wort. Die ETA sei zu weiteren Schritten in Richtung Frieden bereit, hieß es darin. Voraussetzung sei, dass der spanische Staat seine "Angriffe" im Baskenland unterlasse, erklärte die ETA in dem Interview.
Für den stockenden Friedensprozess machte die Gruppe die sozialistische Regierung verantwortlich. Es sei an der Zeit, "verantwortlich zu handeln". Die ETA fühle sich weiter einer demokratischen Lösung des Basken-Konflikts und damit der Waffenstillstandserklärung vom März 2006 verpflichtet.
Im Jänner hatte sich die Gruppe zu einem Bombenanschlag am Flughafen von Madrid bekannt, bei dem zwei Menschen getötet wurden. Bereits damals hatte die ETA mitgeteilt, sie halte an ihrer damaligen Erklärung zum Waffenstillstand fest. Nach dem Anschlag am Flughafen hat die Polizei im Baskenland etliche Mitglieder der Untergrundgruppe festgenommen. Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero verkündete nach dem Attentat, der Friedensprozess mit der ETA sei unterbrochen.
Die Separatistenorganisation kämpft seit rund vier Jahrzehnten für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich. Dabei wurden mehr als 800 Menschen getötet. Zapatero steht unter massivem Druck, der ETA und ihrem Umfeld nicht nachzugeben.
Umfragen zufolge wünscht eine Mehrheit der rund zwei Millionen Basken keine Unabhängigkeit von Madrid. (apa/red)
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