Kosovo-Parlament unterstützt Ahtisaari-Vorschlag: 'Grundstein für Staats-Errichtung'
- "Vetevendosja"-Anhänger protestierten vor Parlament
·Sicherheitsrat: Zähes
Ringen um Kosovo
Entscheidung lässt noch länger auf sich warten
Das albanisch dominierte Parlament des Kosovo hat einstimmig eine Erklärung angenommen, mit der der Vorschlag des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari zum künftigen Status des Kosovo unterstützt wird. Der Ahtisaari-Plan, der eine international überwachte Unabhängigkeit vorsieht, sei eine "ausgewogene und richtige Lösung" und stimme mit dem Willen der Menschen im Kosovo überein, hieß es in der Erklärung.
Parlamentspräsident Kole Berisha lobte die Erklärung als "Grundstein für die Errichtung des Staates Kosovo". Auch sei durch ihre Annahme der Erklärung erneut die im Kosovo herrschende Demokratie bewiesen worden.
Protestkundgebung der Organisation "Vetevendosja"
Anhänger der nationalistischen Organisation "Vetevendosja", die sich dem Lösungsvorschlag Ahtisaaris widersetzt, haben sich unterdessen zu einer Protestkundgebung vor dem Parlamentsgebäude eingefunden. Sie warfen dem Parlament vor, genauso reagiert zu haben, wie im Jahr 1989, als vom Regime des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic die Provinzautonomie größtenteils aufgehoben worden war. "Vetevendosja" drängt auf eine sofortige volle Unabhängigkeit des Kosovo und ahnt im Vorschlag Ahtisaaris einen Versuch, die Provinz aufzuteilen.
Der UNO-Sicherheitsrat in New York befasste sich kürzlich mit dem Ahtisaari-Vorschlag. Die USA und die meisten EU-Staaten unterstützen den Plan des finnischen Ex-Präsidenten. Russland und auch einige EU-Länder äußerten hingegen Bedenken. Moskau setzt sich - wie auch Belgrad - für weitere Verhandlungen ein. Ahtisaari schlug dem Weltsicherheitsrat nach gut einjährigen direkten Gesprächen zwischen Belgrad und Pristina eine Unabhängigkeit für den Kosovo unter internationaler Aufsicht vor. Die südserbische Provinz wird seit Juni 1999 von einer UNO-Mission (UNMIK) verwaltet, völkerrechtlich ist sie weiterhin Bestandteil Serbiens.
(apa/red)
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