Haftbedingungen in Guantanamo wieder verschärft: Amnesty schlägt massiv Alarm
- Kein Tageslicht, keine Frischluft und keine Kontakte
- Schließung und Freilassung der Gefangenen gefordert

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Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Haftbedingungen im US-Gefangenenlager Guantanamo scharf kritisiert. Die Behauptung der US-Behörden, die Gefangenen würden angemessen und würdevoll behandelt, entspreche nicht der Wahrheit, heißt es in einem in Berlin veröffentlichten, 31- seitigen Bericht der Organisation.
Rund 80 Prozent der rund 385 Gefangenen würden in Einzelhaft fast ohne Kontakt zur Außenwelt gehalten. Damit seien frühere Tendenzen, die Haftbedingungen zu lockern und mehr Kontakt unter den Gefangenen zu gestatten, wieder rückgängig gemacht worden.
In die stählernen Zellen, in denen die Gefangenen etwa 22 Stunden am Tag verbrächten, dringe weder Tageslicht noch frische Luft. Künstliches Licht brenne 24 Stunden, die Insassen würden ständig beobachtet. Ausgang finde stets ohne Kontakt zu anderen Menschen und oft nachts statt, so dass die Gefangenen tagelang kein Sonnenlicht sähen.
Nach Einschätzung der Organisation sind die Bedingungen in dem im Dezember vergangenen Jahres eröffneten "Camp 6" noch schlimmer als in für ihre scharfen Vorschriften berüchtigten "Super-Maximum"- Sicherheitsgefängnissen der USA. Sie widersprächen internationalen Standards für menschenwürdige Behandlung von Gefangenen. Die Organisation erklärte, es sei zu befürchten, dass die Haftbedingungen die psychische und physische Gesundheit der Insassen schädigten.
Die Organisation forderte die Schließung von Guantanamo und die Freilassung der Gefangenen oder faire Gerichtsverfahren vor ordentlichen Gerichten. Die Haftbedingungen müssten unverzüglich an internationalen Standards ausgerichtet werden.
(apa/red)
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