Schweres Erdbeben in Hindukusch: Noch keine Angaben über Todesopfer & Schäden
- Epizentrum 200 Kilometer südlich von Faisabad
- Menschen in Panik aus ihren Häusern gestürzt
Ein schweres Erdbeben hat in der afghanischen Hindukusch-Region Panik in der Bevölkerung ausgelöst. Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 6,2 auf der Richterskala lag 200 Kilometer südlich der Stadt Faisabad in der wenig bewohnten Provinz Badachschan. Informationen über Todesopfer und Schäden lagen nach Angaben der afghanischen Behörden zunächst nicht vor. Es sei schwierig, Informationen aus der entlegenen Region zu bekommen, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums in Kabul.
Das Beben ereignete sich kurz nach 5.00 Uhr MESZ. In der Provinzhauptstadt Faisabad seien die Menschen in Panik aus ihren Häusern gestürzt, sagte Provinzgouverneur Abdul Madschid. Nach dem Ende des Bebens seien aber keine Schäden sichtbar gewesen. Wegen der Winterschmelze und heftiger Niederschläge war die Region in den vergangenen Wochen von schweren Überschwemmungen betroffen, bei denen dutzende Menschen starben.
Das Erdbeben war bis in die afghanische Hauptstadt Kabul und die Nachbarländer Pakistan und Indien spürbar. Im rund 260 Kilometer entfernten Kabul seien Hunderte von Menschen aus ihren Häusern geflüchtet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. In Muzaffarabad, der Hauptstadt des pakistanischen Teils des Kaschmir, rannten die Menschen ebenfalls in Panik ins Freie. Ein Mann wurde beim Sprung aus einem Bürohaus leicht verletzt, wie ein Behördenvertreter mitteilte. Auch im indischen Teil Kaschmirs bebte die Erde kurz.
Die Hindukusch-Region gilt als besonders erdbebengefährdet. 2002 zerstörte ein Beben der Stärke 7,6 in dem Gebiet tausende Dörfer, mehr als tausend Menschen kamen ums Leben. Bei einem besonders verheerenden Beben in Pakistan starben im Jahr 2005 mehr als 73.000 Menschen.
(apa/red)
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