Dienstag, 3. April 2007

Exil-Kubaner für moderaten US-Kurs gegen Castro: Embargo-Zustimmung auf Tiefstand

  • Umfrage: 57,5 Prozent noch immer hinter Sanktionen
  • Niedrigste Rate seit erster Erhebung im Jahr 1991

In den USA scheint die Unterstützung für den harten Kurs gegen Kuba zu bröckeln. Die Zustimmung für das über 40 Jahre alte Wirtschaftsembargo gegen Kuba ist bei den Exil-Kubanern in den Vereinigten Staaten auf einen Tiefststand gefallen. Zwar steht einer veröffentlichten Umfrage zufolge mit 57,5 Prozent noch immer die Mehrheit der 650.000 Exil-Kubaner in Florida hinter den 1962 erlassenen Sanktionen. Doch ist das die niedrigste Rate seit der ersten Erhebung im Jahr 1991. Vor drei Jahren waren noch mehr als 66 Prozent für das Embargo.

Mit 57 Prozent befürwortet inzwischen auch eine Mehrheit die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu der kommunistischen Führung von Staatschef Fidel Castro - 2004 waren es lediglich gut 42 Prozent. Für die Aufhebung der Reisebeschränkungen sind gar mehr als 64 Prozent der Befragten. Es war das achte Mal, dass die internationalen Universität von Florida die Umfrage erhoben hat.

Mit dem spanischen Außenminister Miguel Angel Moratinos kam der ranghöchste Vertreter aus der Europäischen Union (EU) seit einem Streit über die Verhaftung von Dissidenten vor vier Jahren nach Kuba. Er hoffe, dass sein Besuch zu einer Verbesserung der Beziehungen beitragen könne, sagte Moratinos in Havanna. Er soll mit dem amtierenden Präsidenten Raul Castro zusammentreffen, der die Amtsgeschäfte vorübergehend von seinem im Juli erkrankten 80-jährigen Bruder Fidel übernommen hat.

(apa/red)

3.4.2007 09:13