Angst vor Terror in Spanien wächst wieder: Abspaltung der Al-Kaida formiert sich
- Gruppe will muslimische Herrschaft "zurückerobern"
- Botschaften in Marokko & Algerien verstärkt bewacht
In Spanien wächst erneut die Angst vor islamistischen Anschlägen. Nach Informationen des spanischen Geheimdienstes CNI hat sich im nordafrikanischen Maghreb eine Terrorbewegung gebildet, die sich selbst "Gruppe zur Befreiung des Al-Andalus" genannt hat. Die Bewegung hat sich die Rückeroberung Spaniens zum Ziel gesetzt, das über 800 Jahre lang unter der Herrschaft der Mauren stand und arabisch "Al-Andalus" genannt wurde.
Besonders für die Fundamentalisten aus den nordafrikanischen Maghreb-Staaten gibt es Bestrebungen, die im Jahre 1492 von den katholischen Königen (Reyes Catolicos) zurückeroberten Gebiete, vor allem in Südspanien, wieder unter muslimische Herrschaft zu bringen. Zuletzt rief sogar Ayman al-Zawahiri, Chefideologe der Al-Kaida und zweiter Mann hinter Osama bin Laden, zur Rückeroberung von Al-Andalus auf. Alle ehemaligen islamischen Gebiete des Al-Andalus seien gemäß der islamischen Gesetze wieder unter islamische Herrschaft zu bringen, so Zawahiri. Auch die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika sind laut Zawahiri zu befreien.
Die neue Terroristenorganisation gehört zur selbsternannten Al-Kaida-Abspaltung des Maghrebs, der Salafisten-Gruppe für Gebet und Kampf (GSPC). Der spanische Geheimdienst warnte die spanische Regierung zur Wachsamkeit und empfahl zudem eine verstärkte Bewachung spanischer Botschaften und Interessen in den Maghreb-Staaten.
Die spanische Regierung nimmt die Warnung sehr ernst. Gerade seit den Anschlägen auf die drei Madrider Vorstadtzüge, bei denen vor drei Jahren 191 Menschen ums Leben kamen und über 1.800 Menschen verletzt wurden, sieht sich Spanien permanent im Fadenkreuz islamistischer Terrorgruppen.
Das spanische Außenministerium hat vor allem die Bewachung der spanischen Botschaften in Marokko und Algerien erhöht. Bereits vor wenigen Wochen bedrohte die islamistischen Gruppe "Stimme des Kalifats" neben Österreich und Deutschland auch Spanien mit erneuten Terror-Anschlägen, sollte das Mittelmeerland nicht seine 700 Soldaten zurückziehen, die sich derzeit im Rahmen der ISAF-Friedenstruppen in Afghanistan stationiert sind.
Schon seit langem existiert in Andalusien ein islamischer Verein "zur Rückeroberung von Al-Andalus", der sich die Rückeroberung der 1492 an die katholischen spanischen Könige Ferdinand und Isabella "verlorenen" südspanischen Gebiete zum Ziel gesetzt hat. Als geistiger Mittelpunkt der Moslems in Spanien gilt heute die Stadt Granada, in der vor wenigen Jahren ein großes Islamisches Zentrum eröffnet wurde. Zur muslimischen Gemeinde zählen auch rund 2.000 spanische Konvertiten.
(apa/red)
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