Konflikt um 15 britische Soldaten: Leichte Entspannung des Streits zeichnet sich ab
- Iran könnte die gefangenen Matrosen bald freilassen
- Britische Regierung zu Gesprächen mit Iran bereit

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Im Konflikt um die Gefangennahme der 15 britischen Soldaten im Iran zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Großbritannien erklärte sich zu Gesprächen über die Vermeidung künftiger See-Streitigkeiten im Persischen Golf bereit, wie aus Regierungskreisen in London verlautete. Der iranische Rundfunk meldete "positive Veränderungen" in der britischen Verhandlungsposition. Unterdessen signalisierte der Iran erstmals Bereitschaft zur Freilassung der 15 Briten.
Die britische Regierung habe sich in einem Antwortschreiben an den Iran zu Gesprächen bereit erklärt, um ähnliche Konflikte in Zukunft zu verhindern, sagte ein Gewährsmann. Er betonte jedoch zugleich, dass Großbritannien nicht mit dem Iran verhandle und weiter eine bedingungslose Freilassung der Soldaten fordere. Ein Sprecher des Außenministeriums sagte, Gespräche über die Vermeidung von Konflikten seien Teil der normalen Diplomatie.
Keine weiteren Videos
Im staatlichen iranischen Rundfunk hieß es, auf Grund "positiver Veränderungen" in der britischen Position würden die Sender keine weiteren Videos mit den Geständnissen britischer Seeleute zeigen. Ob es sich dabei um eine unmittelbare Reaktion auf die britische Gesprächsbereitschaft handelte, war zunächst nicht klar.
Geständnisse erzwungen?
Der staatliche arabischsprachige Nachrichtensender Al Alam des Iran, der nur im Ausland zu empfangen ist, hatte zuvor gemeldet, dass alle 15 britischen Soldaten zugegeben hätten, ohne Genehmigung in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Der Iran wirft ihnen illegalen Grenzübertritt vor, Großbritannien bestreitet dies. Nach britischen Angaben befand sich die Patrouille in irakischen Gewässern. In London wurde die Vermutung geäußert, die angeblichen Geständnisse seien erzwungen worden.
Iran signalisiert Bereitschaft zur Freilassung
Zum ersten Mal hat ein ranghoher iranischer Regierungsvertreter Bereitschaft zur Freilassung der 15 Soldaten signalisiert. Er sehe keinen echten Grund für ein Gerichtsverfahren, sagte der Vorsitzenden des Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Ali Larijani.
Kommission könnte Streitfrage klären
In einem Interview des britischen Fernsehsenders Channel Four sagte Larijani, die britischen Soldaten hätten möglicherweise einfach nur einen Fehler begangen, als sie am 23. März mit ihren Booten in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen seien. Dies könne man durchaus zugeben. Möglich wäre es auch, eine Kommission zur Klärung der Streitfrage einzusetzen, ob die Briten auf iranischem Gebiet waren, als sie festgenommen wurden oder nicht.
"Sensationsmacherei" diene jedenfalls niemandem, sagte Larijani. Er ist als Vorsitzender des iranischen Sicherheitsrates auch für die Gespräche mit den Vereinten Nationen über das Atomprogramm seines Landes verantwortlich und gilt im Westen als einflussreich. In der Gefangenenkrise hatte sich EU-Chefdiplomat Javier Solana um einen direkten Kontakt zu Larijani bemüht.
Ban Ki Moon fordert Freilassung
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat erneut auf baldige Freilassung der im Iran gefangenen Briten gedrungen. Nach der Rückkehr von seiner Nahost-Reise appellierte der UN-Chef an London und Teheran, sich in ihrer Wortwahl zu zügeln.
Er habe am Rande des Gipfels der Arabischen Liga in der vergangenen Woche mit dem iranischen Außenminister Manuochehr Mottaki gesprochen, sagte Ban zu Journalisten in New York. Die Regierung in Teheran sei durch die verschärften Sanktionen in einer "politisch empfindlichen Phase", warnte Ban.
(apa/red)
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